Dr. Jörn Erlecke – Permakultur Plus

 

Dr. Jörn Erlecke ist überzeugt von Permakultur. Er ist biologischer Zahnmediziner und stellt Informationen und Hilfestellungen für alle Interessierten zusammen, die über die Monokoltur hinausdenken.

 

In diesem Gesprächs findest du heraus, was es mit Permakultur auf sich hat, wo die Unterschiede zu Monokultur sind und wir sprechen über diverse Umweltaspekte und erste Schritte in eine neue Richtung der Landwirtschaft. Weiterhin erfährst du, was du konkret umsetzen kannst, welche Methoden es für z.B. Balkonbepflanzung gibt und wie Jörn über die Begriffe „Schädlinge“ und „Unkraut“ denkt sowie vieles mehr.

In diesem Gespräch erfährst du:

– was es mit Permakultur auf sich hat

– worin sich Permakultur von Monokultur unterscheidet

– auf welche Weisen du Permakultur selbst umsetzen kannst

– wo du weitere Informationen und Anregungen über Permakultur findest

– was Jörn darüber denkt, ob eine gesellschaftliche Entwicklung zur Permakultur realistisch ist

– was es mit der SOLAWI auf sich hat

 

Ressourcen:

Jörn auf Youtube, unter Permakultur Plus:

https://www.youtube.com/channel/UCFEposMFVUWcZ-7_1Om6ulg

Jörn´s Praxis, wenn du aus seiner Nähe kommst:

https://www.praxis-erlecke.de/

Jörns Buchempfehlungen von Dr. Markus Strauß:

https://dr-strauss.net/buecher/die-12-wichtigsten-essbaren-wildpflanzen/

[Buch] Essbare Wildpflanzen Europas:

https://www.amazon.de/Essbare-Wildpflanzen-Europas-1500-Arten/dp/3440119351

[Buch] Die Heilkraft der Eigenharn-Therapie:

https://www.medimops.de/ingeborg-allmann-die-heilkraft-der-eigenharn-therapie-taschenbuch-M03929960087.html

 

 

 Jörns Bitte an euch:

 „Liebe Freunde!

Der Wald braucht immer noch unsere Hilfe. Daher haben wir die Aktion „Musik im Wald“ gestartet. Damit möchten wir auf die Situation des Waldes und der Musiker in Deutschland aufmerksam machen. Immer mehr Wald fällt dem Flächenfraß, der Trockenheit und dem Kiesabbau zum Opfer. Genau so schlecht wie es unserem Wald geht, geht es auch unseren Musikern, da sie seit Monaten keine Engagements mehr haben.

Die Aktion „Musik im Wald“ ist ein Aufruf an Musiker, auch in den Wald zu gehen um Musik zu machen, das zu filmen und bei YouTube hochzuladen. Am besten mit #musikimwald markieren, dann finden Interessierte die Aktion und eure Filmbeiträge einfacher.

Peter Wettemann (Trompete) ist Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig. Er ist Pate für die Aktion „Musik im Wald“ und hat seine Trompete im Herrschaftsholz nahe der Stadt Biberach zum Schutz des Waldes erklingen lassen.

https://www.youtube.com/watch?v=WbUdzz4JEMA

Bitte teilt dieses Video, damit sich viele an der Aktion beteiligen können.

Vielen Dank und herzliche Grüße
Euer Jörn“

Teil 1 - Dr. Jörn Erlecke - Einführung in die Permakultur

Teil 2 - Dr. Jörn Erlecke - Einführung in die Permakultur

unsichtbar

Transkript

Florian: Herzlich willkommen Jörn. Schön, dass du da bist, dass du dir die Zeit nimmst für das Gespräch, ich freue mich sehr, und heute geht es um Permakultur. Du bezeichnest dich selber als Doktor Permakultur mittlerweile, finde ich einen sehr interessanten Titel oder Bezeichnung, und ja, schön, dass du hier bist. #00:00:23#

Jörn: Florian, danke schön für die Einladung, ich freu mich auch. Ganz kurz eine kleine Berichtigung, das mit Doktor Permakultur, das hat sich so entwickelt. Allerdings trete ich jetzt nicht als Doktor Permakultur auf, weil in einer Permakultur kannst du keinen Doktor machen, sondern das ist eher so als spaß und Spitzname gedacht gewesen, weil ich eben Zahnarzt bin, und, also das darf man jetzt nicht überbewerten. #00:00:48#

Florian: Okay, ja, du bist sogar auch biologischer Zahnarzt. Das ist ja auch noch mal etwas, was dort in den Kreis sich absolut mit eingliedert und, die, ich sag mal der biologische Ansichtsweise auch über solche Thematiken und vor allem die Zahnmedizin. #00:01:05#

Jörn: Ja, das ist, wenn du dich mit dem Thema Gesundheit beschäftigst, dann ist es eben so, dass du über kurz oder lang nicht um das Thema Ernährung drum herumkommst. Und gerade jetzt mit den ganzen, ja, die Ernährung fängt im Mund an, bei der Nahrungsaufnahme, der Zerkleinerung, und dann werden schon die ersten Enzyme aktiv mit der Verdauung. Und wenn du das mal siehst, was du mit gesunder Lebensweise erreichen kannst, dann ja, dann ist es, also ich denke, es ist wichtig für alle Menschen, dass sie sich mit ihrer eigenen Ernährung beschäftigen. Ich kam dann eben über einen glücklichen Zufall, also ist mir zu gefallen, kam ich auf die Permakultur, hab mich dann angefangen mit zu beschäftigen und das hat mich seither nicht mehr losgelassen. Und das Faszinierende ist eben, dass es wie auch in der biologischen Zahnmedizin, dass wir das immer im System sehen als Ganzes. Du kannst nicht einfach jetzt isoliert was herausgreifen, und dann so betrachten und untersuchen, sondern immer im Kontext. Es ist so, wenn ganz einfaches Beispiel ist zum Beispiel Stevia, ja ich hab mir das mal auch vor ein paar Jahren gekauft, so ein extrahiertes Stevia, und ich fand es schon köstlich. Und die Pflanze habe ich selber im Garten, und die waren total gut, und es ist einfach, wenn nur dieses, der Süßstoff im Stevia isoliert aus der Pflanze genommen wird, ohne diese ganzen 2000 Begleitstoffe, die da drin sind, dann verfälschst du es einfach. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir mehr beginnen, wieder im System zu denken, im Ganzen auch in den Ausbildungen zum Beispiel, dass wir uns nicht mehr so auf dieses fachspezifisch da in die Tiefe stürzen. Sondern diese Fachidioten sage jetzt mal, das ist nicht negativ gemeint, wir brauchen schon Spezialisten. Nur ist es eben auch wichtig, dass wir das Große und Ganze nicht aus dem Blick verlieren. Ich meine, das werden wir sowieso nie in der Gesamtheit begreifen. #00:02:53#

Florian: Ja, das auf jeden Fall. #00:02:55#

Jörn: Als Teil der Schöpfung schaffen wir das nicht. #00:02:58#

Florian: Das, was du sagst genau, viele Themen sind immer so von Spezialisten irgendwie eingenommen, aber das Wichtige ist auch immer irgendwie so eine Art Generalist zu bleiben, dass man nie diesen Blick für alles irgendwie verliert. Sich nicht nur wie du sagtest in ein isoliertes Detail verliert, und gerade die Wissenschaft und so weiter. Das ist ja auch außerhalb von einem Kreislauf alles getestet oft, und was Körper angeht und Geist ja, und da werden irgendwelche Rückschlüsse gezogen, die halt dann wieder isoliert irgendein Ergebnis gebracht haben, was aber eben im Organismus gar nicht funktionieren würde. Da finde ich das auch wieder interessant, diesen Kreislauf Aspekt. Hattest zu, bist du zuerst zur biologischen Zahnmedizin und dann hast du Permakultur entdeckt? #00:03:44#

Jörn: Ich habe mich erst mit der Permakultur beschäftigt, und dann biologische Zahnmedizin entdeckt. Und irgendwie, also ich habe mich am Anfang mit der Permakultur mangels Garten nur theoretisch beschäftigt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und wir haben schon auch einen Garten gehabt, meine Eltern, und wir hatten auch selber angebaut, aber dass, dieses, auch dieses Thema Selbstversorgung, autarkes Leben so, das war damals nicht so präsent, obwohl mich das immer fasziniert hat. Und irgendwann habe ich dann gemerkt, auch mit diesem ganzen Bio Label, das wir, eigentlich kommen wir gar nicht mehr darum herum, uns selbst drum zu kümmern, und dann habe ich angefangen im Kleinen bei uns im Haus Garten Permakultur umzusetzen. Und meine ersten Gehversuche zu machen, hab mich primär immer damit beschäftigt, wie kann ich im kleinen Permakultur machen, weil ich einfach keine Fläche hatte. Und dann habe ich, irgendwann konnte ich mal eine kleine Obstwiese mit 500 Quadratmetern kaufen, da habe ich da ein bisschen schon probiert, und eine Niederlage nach der anderen eingesteckt. Ich habe Hügelbete gemacht, ich wollte erst mal, also ich habe das so gemacht, ich wollte, ich habe immer ein Gemüse genommen, und hab gesagt okay, dieses Jahr nehme ich dieses Gemüse, was ich lerne. Und nächstes Jahr packe ich dann wieder eins dazu, und so habe ich dann Schritt für Schritt das aufgebaut, und ich habe mit Kartoffeln angefangen. Und, weil so nach dem Motto der dümmste Bauer erntet die größten, und bei mir hat es halt nicht funktioniert. #00:05:10#

Florian: War bei uns auch ähnlich. #00:05:13#

Jörn: Und ich habe dann, nach dem Holz habe ich dann die Wiese umgegraben, und habe dann die Grasnarbe nach unten gelegt, und das alles nicht funktioniert. #00:05:23#

Florian: Alles Lerneffekte, ja. #00:05:25#

Jörn: Auch meine ersten Hügelbete zum Beispiel, das ist, ja das hat nicht funktioniert. Es ist heute noch so ein kleiner Hügel, der eben zugewuchert ist, jetzt, aber das hat nicht, da sind Wühlmäuse drin, und alle fühlen sich wohl, und die Falken kommen und fressen die Mäuse wieder. #00:05:41#

Florian: Hat jetzt schon einen anderen Zweck sozusagen wieder entwickelt. Sehr interessant, wir haben jetzt schon angefangen einfach drauflos zu plappern. Lass uns vielleicht, du hast auf dem YouTube Kanal Permakultur plus hast du ein paar Videos schon dort hochladen über das Thema Permakultur, und viele weitere Themen werden auch sicherlich noch kommen dazu. Du sagst auch selber in den Videos, dass es um eine Bezeichnung, die eigentlich so umfassend ist, dass man das eigentlich gar nicht wirklich so definieren kann, so kurz. Und, möchtest du einmal eine Übersicht geben, was ist eigentlich Permakultur, und wo ist der Unterschied zur Monokultur, zur klassischen und Landwirtschaft? Und was bringt das alles so mit sich, die Permakultur? #00:06:28#

Jörn: Ja, also Permakultur ist ja, im Grunde ist es eine Wortschöpfung aus, es kommt aus dem Englischen, das sind die zwei Australien, Bill Morrison und David Holmgren, die haben das in den 1970er Jahre als Wortschöpfung aus Permanent und Agriculture geschaffen, das Wort Permakultur. Und die zwei haben einfach beobachtet, dass die Monokultur ein extrem energieaufwändiges Wirtschaften ist, du musst also immer mit Maschinen reinfahren, dann musst du jedes Jahr neu pflügen, säen, ernten, verarbeiten und das sind einfach, du musst die Saat kaufen. Dann sind enorm viele fossile Brennstoffe erforderlich. Es raubt sehr viel und bindet sehr viel Energie. Außerdem haben sie festgestellt, dass das zu einseitig ist von der Vegetation, auch von der Tierwelt, die dann dazu kommt, dass das einfach das, dass es Lebensräume zerstört. Und da haben sie sich überlegt okay, was kannst du machen, dass wir aus diesem Kreislauf herauskommen, weil sie gemerkt haben das ist ein destruktives System, was in eine Sackgasse führt. Und sie sind dann her gegangen und haben das anfangs gesagt okay, wir beobachten die Natur, also die Wildnis, wo der Mensch nicht eingreift, und haben eben gesehen, dass eine hohe Biodiversität ist, also mit Nahrungsvielfalt, also, dass das eben Systeme sind, was wir vorhin angesprochen haben, dass die, das es Pflanzen gibt, die wieder Stickstoff binden, oder viele, die auch, Schwachzehrer dann, die viel Biomasse bringen, um Humus aufzubauen. Und dann haben die sich ein System überlegt, wie wir das als Menschen steuern können, um für unsere Bedürfnisse also das auszurichten, aber auch um der Natur gerecht zu werden, und es nicht, um die Natur nicht auszubeuten, sondern um das nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu machen und zu gestalten. Und das beste Beispiel, und das ist ja auch, wenn man bei uns in Deutschland guckt, das annähernd intakteste Ökosystem was wir noch haben, das sind die großen Wälder. Und im Wald ist es eben so, da fällt im Herbst das Laub nach unten, also erstens hast du keine Fichten Monokultur, sowie das oft auch anzutreffen ist, sondern es sind alte, stabile Wälder. Die haben auch nicht mehr so eine ganz hohe Biodiversität, sondern aber vom Prinzip her, du hast das Laub, was runter fällt im Herbst, und es bedeckt erst mal den Boden. Dann schützt das die Erde im Winter vor Frost, und der Wald und die Natur erholt sich, dann im Frühjahr treibt es wieder, und das Pflanzen sind stark genug, die kommenden durch die Decke durch. Es wird nicht umgegraben, und das sind alles solche Bausteine, wo man dann in einer Permakultur umsetzt. Außerdem versucht man noch, dass man das, wenn man das im Garten macht als Selbstversorger Garten, dass man das natürlich dann jetzt von menschlicher Seite gesehen so installiert. So, dass wir die Dinge, die wir oft brauchen, täglich brauchen, dass wir die direkt in Haus Nähe machen, und dann, ein Kompost zum Beispiel würde ich jetzt nicht an das entfernteste Ende setzen, wo ich zehn Minuten laufen muss oder die Kräuter Schnecke. Sondern einfach das ein bisschen so gestalten, dass ich auch kurze Wege habe, dass ich da nicht so viel Zeit investieren muss. Weil Selbstversorgung heißt nicht zwangsläufig 15 Stunden am Tag im Garten arbeiten, also zumindest nicht in der Permakultur. #00:09:35#

Florian: Es heißt auch nicht zwangsläufig, dass man wirklich 100 Prozent nur, also nicht immer 100 Prozent selber auch von seinem ganzen angebauten oder, von den eigenen Pflanzen, oder mit den Pflanzen, mit denen man so lebt, nur sich ernährt. #00:09:48#

Jörn: Ja, das ist richtig, sonst, das kann auch nicht jeder alles. Und da kann man auch tauschen, und in der Gemeinschaft das machen, da macht es auch mehr Spaß. #00:09:57#

Florian: Auf jeden Fall, es ist ja auch, wie du in deinem Video gesagt hast, der Erklärungsversuch zur Permakultur, dass das ja davon auch lebt, und sich dadurch auch wieder ergänzt, und dass eben diese Gemeinschaft dadurch auch eigentlich erst aufblühen kann, indem man sich gegenseitig auch wieder unterstützt. Und jeder so das teilt, wovon er vielleicht auch gerade ein bisschen mehr hat, und dafür ein bisschen von dem bekommt, was der andere gerade überhat. Genau, dann schließt sich der Kreislauf auch wieder. #00:10:22#

Jörn: Das sind zum Beispiel die SOLAWI´s eine tolle Sache, wenn jemand jetzt keinen eigenen Garten hat, dann ist es möglich, dass man sich in so einer SOLAWI´s engagiert, und da mitarbeitet. Dann trifft man Gleichgesinnte, und kann eine Gruppe, man kann auch noch was lernen. Jeder bringt irgend Wissen mit, da kann man von anderen lernen und kann sein Wissen dazu geben. So entwickelt sich was Tolles, also ich habe mir für Biberacher bei uns überlegt, ich werde wahrscheinlich, was heißt wahrscheinlich, ich habe das im Kopf schon fertig und auch die ersten Fühler ausgestreckt, ein Biberacher Permakultur Freundeskreis gründen, und einfach mit dem Ziel der Vernetzung, und dass wir zusammen die Informationen austauschen. Da kann man auch Samen austauschen zum Beispiel. Oder auch, wenn einer sagt okay, ich starte jetzt einen Permakulturgarten sagt okay, da machen wir mal eine Samstag Aktion, alle kommen, bringen eine Schaufel mit, bringen was Essen mit, und dann macht man das zusammen und hilft sich gegenseitig. Da macht es auch viel mehr Spaß, da geht es schneller, dann sieht man, das was passiert, wie wenn du da allein rödelst. #00:11:22#

Florian: Auf jeden Fall. Wir haben, also meine Frau, ich und Kinder, wir haben letztes Jahr auch eigentlich das erste Mal in unserem Leben Bäume gepflanzt im Harz, und das war auch einfach ein magischer Moment. Da selber mal so ein ja, so ein Baum einzupflanzen und dann einfach mal zu sehen wie fühlt sich das an. Das hat auch mega Spaß gemacht, tolle Leute dort kennen gelernt und das ist einfach mal etwas, was auch viele Menschen, was ich oft merke, viele Menschen noch nie in ihrem Leben gemacht haben. Weil es, ich sag mal so unnormal ist bei den meisten, einfach einen Baum zu pflanzen, und bisschen was zurückzugeben auch, für das, was man in seinem ganzen Leben schon bekommen hat von der Welt und der Erde. #00:12:04#

Jörn: Da habe ich auch ein interessantes Erlebnis gehabt, da war eine bei uns, die immer bei unserem Grundstück vorbeilief, da hat sie gemeint ja, sie sucht auch eine Wiese, wo sie eine Obstwiese und dann, dann habe ich gesagt ja, sie kann auch einfach einen Acker kaufen, und Bäume pflanzen. Da sagt sie ja, das dauert viel zu lange bis sie da ernten kann. Dann habe ich sie gefragt, haben Sie schon mal Obst gegessen, von Bäumen, die Sie nicht gepflanzt haben? Also einfach mal auch, dass man mal, man denkt, dass das ja auch, also früher haben die es ja so gemacht, wenn ein Kind auf die Welt kann, hat man einen Baum gepflanzt, um einfach diesen Kreislauf aufrecht zu erhalten. Und da sind wir irgendwie davon abgekommen. #00:12:42#

Florian: Das stimmt, von vielen sind wir abgekommen, du hast vorhin auch das erwähnt. In Bezug auf Monokultur dieses, ja, man hat da schwere Geräte, fährt da drauf, macht Jahr für Jahr immer wieder gleich große Arbeiten, und ich hatte das in dem Buch, ich komme jetzt gerade nicht auf den Autoren, das Leben im Wald oder Walden heißt es glaube ich. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt, da beschreibt der Autor das, der hat im 19. Jahrhundert war das, hat er sich im Wald eine Hütte gebaut und hat einfach das alte Leben kurz verlassen, und hat glaube ich, ein oder zwei Jahre dort im Wald gelebt, und komplett sich dann selber in der Wildnis ernährt und alles. Und der hat das auch sehr detailliert beschrieben, dass die ganzen Landwirte und so weiter ja seit Ewigkeiten in irgendwelchen Krediten festhängen, den eigentlich gar nichts gehört, aber die natürlich trotzdem die Landwirtschaft ja aufrechterhalten. Und dieser Kreislauf dann trotzdem immer fortgeführt wird, also dann werden wieder mehr Maschinen gekauft, wenn mehr Land da ist, damit mehr geerntet werden kann, dann kommt da wieder ein Kredit rein, dann gibt es mehr Lagerhäuser. Und diese Sache, dass sie einfach nicht unabhängig sind, weil sie dann trotzdem nachher so in den Krediten gefangen sind, dass das eigentlich, obwohl es immer mehr liefert, aber gar nicht hilfreich ist, weil sie es nicht befreit. Und natürlich dann auch Monokultur alles irgendwie ausgelaugt wird, der Boden ausgesaugt wird langfristig, und das wenn jeder für sich so ein bisschen was anbauen würde, was er eigentlich selber nur braucht in geringem Maße, und wie wir das vorhin schon hatten, das teilt mit den anderen, dann wäre das auch einfach eigentlich gar nicht nötig und in diesem Maße. Und natürlich, die Lebensmittel in der Permakultur ist auch ein wichtiger Punkt. Die sind ja von der Qualität her viel bedeutender als das Klassische aus der Monokultur, wo ja auch einfach nicht mehr viel drin ist. Es ist vielleicht irgendwie ein großes Gemüse im Endeffekt, also vom Volumen her, aber wirklich viel drin ist da nicht. Und diesen Unterschied bei der Ernährung und der Qualität auch zu erkennen, das ist auch für viele Menschen schwierig, weil sie das einfach gar nicht so auf dem Schirm haben. Was ich selber auch versuche umzusetzen, dass man selber mehr anfüttert, oder dass wir selber mehr anbauen, und da auch regional und nicht aus riesigen Landwirtschaften uns versorgen. #00:15:02#

Jörn: Das Spannende in der, also die eine Frage, die man sich natürlich da stellen kann, ist, wenn ich ganz gesunde Leben, Lebensmittel, ja, Lebensmittel esse, dann ist halt auch die Frage, ob ich, vielleicht brauche ich dann auch nicht mehr diese Mengen futtern wie bisher, das ist der eine Punkt. Und das natürlich eine Permakultur auch ganz spannend ist, klar, ich kann da jetzt nicht mit großen Maschinen Permakultur machen, das funktioniert nicht, ich kann auch nicht 100 Hektar mit zwei Mann bewirtschaften, so wie es teilweise passiert. Nur in der Permakultur ist es eben so, dadurch, dass wir ja auf Etagen arbeiten, ist der Ertrag auch viel höher pro Fläche, weil wir gehen in die dritte Dimension nach oben. Es gibt sieben Etagen in der Natur, wo was wächst, und da können wir ja ein paar bedienen von den Etagen. Und wenn man das mal sieht, wie, du kannst zum Beispiel einen Kürbis am Baum hochwachsen lassen, dann hast du unten dein Gemüse, dann hast du Büsche, dann hast du kleine Bäume, dann hast du große Bäume, und so hast du schon verschiedene Etagen, wo du ernten kannst. Und das Ziel ist ja auch nicht, dass wir immer die komplette Ernte machen, sondern einfach auch die Natur, die darf ja auch was behalten. Ich habe letztes Jahr im Herbst, wir haben 27 Obstbäume gepflanzt auf einem kleinen Acker, den wir gekauft haben, und manche Leute, die fragen mich jetzt, was machen sie mit dem ganzen Obst? Da sage ich ja, ich werde es verschenken, und das, was übrigbleibt, das lasse ich einfach liegen. Ich werfe auch manchmal, wenn einen in alten Apfel habe, der gammelt, dann werfe ich ihn auch unter die jungen gepflanzten Apfelbäume, weil das ja im Prinzip der Kreislauf, dass das wieder zurückkommt. Es geht nicht darum, dass wir immer alles für uns beanspruchen. Das ist auch was für die Amsel da, die braucht auch im früher ein paar Äpfel, wenn die Nahrung knapp wird, deswegen, wenn man mal auch von Gemüse her, da kommt vielleicht mal ein Reh, oder ein Hase, das gehört auch dazu. #00:16:56#

Florian: Das ist auf jeden Fall ein interessanter Punkt. Ich muss gerade ein bisschen lachen, weil wir hatten das letztens erst bei uns, da haben wir in der Nähe eine Streuobstwiese, und da hatte irgendjemand gesagt, die ganzen tollen Äpfel, die können wir doch da nicht verfaulen lassen, ist doch viel zu schade. Und im gleichen Zug hängen die Leute dann aber so Vogelfutter irgendwohin, das ist schon irgendwie lustig, dass da die Zusammenhänge da noch nicht so gesehen werden, und ja, wie du schon sagtest, dass dieses, wir müssen immer alles nehmen, es verfault ja sonst, es verschimmelt. Es wäre ja schade drum. Das ist ja auch, wenn man jetzt klassisch zu Hause lebt, in einer Wohnung, in der Stadt oder so, dann wirft man das jetzt alles in die Schwarze oder in die Biotonne, und dann wird das auch irgendwo verbrannt oder was auch immer damit passiert. Und dann ist es auch wieder so ein Prozess, der eigentlich komplett unnötig ist oder zumindest nur wegen den Maßen der Menschen vielleicht nötig ist, die da auf einem Fleck leben. Und wenn man jetzt, die du sagtest, kompostiert, dann kann man es auch alles wieder zurückführen, und dann schließt sich der Kreislauf wieder, dann hat man auch da keine Probleme, dass man irgendwie denkt, man verschwendet oder vergeudet etwas. Weil sich das dann auch wieder unterstützt, wie du sagtest, mit dem Apfelbaum. #00:17:59#

Jörn: Es ist halt so, dass wir in Deutschland wir haben ein bisschen so das Bild vom ordentlichen Garten. Und da darf dann, also ich sehe es, wenn ich mulche zum Beispiel, das gefällt vielen nicht, wenn da immer nur Mulch Material liegt, oder wenn ich die Äste, ich mache es auch oft so, dass ich, wenn ich irgendwo einen Ast abschneide, dann mache ich den an Ort und Stelle klein, und lasse es einfach fallen. Damit es wieder der Pflanze, wo es herkommt, dass es der vom Kreislauf her zugutekommt, oder auch, wenn man sich überlegt, diese Pilgerfahrten zur städtischen Grünmülldeponie, die da samstags stattfinden, das ist ja im Prinzip schon ein trauriges Bild, weil es ist ja auch, der Begriff Abfall ist auch falsch, es ist kein Grünabfall und kein Grünmüll. Im Gegenteil, das ist ja wertvolle Biomasse, da ist viel Energie drin, Nährstoffe, und wenn wir die natürlich wieder zurückführen in unserem Gartenkreislauf, und das kann man schon im Kleinen machen. Das kannst du mit Bokashi machen, mit einer Wurmkiste, wenn du keinen Garten hast auf dem Balkon, aber du kannst natürlich auch im kleinen Stadtgarten oder im Schrebergarten kannst du es genauso machen wie auf einer großen Fläche. #00:19:12#

Florian: Kannst du kurz erläutern, was Bokashi ist? #00:19:14#

Jörn: Bokashi, das ist ein Eimersystem, die werden ineinandergesteckt und der obere Eimer, also so kann man es sich zum Beispiel selber bauen, und der obere Eimer hat Löcher, und dann kann ich die ganzen Küchen-, ich sage es mal Überbleibsel, weil Abfälle wollte ich jetzt nicht benutzen, die kannst du da reinbringen und verdichten. So ein bisschen Holzkohle dazu streuen und mit effektiven Mikroorganismen besprühen, und wenn er dann voll ist, das fängt an zu fermentieren und da bekommst du dann unten, durch die Löcher geht die Flüssigkeit, die da entsteht, die geht dann dadurch. Kannst als wertvollen Dünger nehmen, und den Festbestand, das kannst du dann zum Kompostieren nehmen und zu Humus verarbeiten. Und gleichzeitig kann man Terra Preta) machen, das ist, TerraPreta) ist die Schwarzerde aus dem Amazonas, die so fruchtbar ist, und da wird eben mit Mikroorganismen und mit Holzkohle gearbeitet, weil die Holzkohle, die hat ja mehrere Effekte auf das Pflanzenwachstum. Also zum einen bindet sie Feuchtigkeit und Nährstoffe, hat aber auch eine paramagnetische Funktion, das heißt die richtet sich am Erdmagnetfeld aus, ohne selbst magnetisch zu sein, und da baut sich im Feld auf, was sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt. #00:20:24#

Florian: Sehr interessant ja, also viele Dinge dabei oder aber viele Aspekte, die auf den ersten Blick gar nicht so ersichtlich sind, und schon sehr interessant. #00:20:33#

Jörn: Und Permakultur ist auch einfach, also im Grunde einfach mal anfangen, sich ein paar-. Und jetzt nicht alles gleich auf einmal machen wollen. Das passiert mir manchmal, aber einfach mal anfangen und probieren wie geht es, und dann auch Rückschläge hinnehmen, die kommen so oder so, und einfach mal gucken, wie kann ich meine Küchenüberbleibsel, wie kann ich die verarbeiten. Was entsteht da draus, oder wenn jetzt jemand wirklich den Wunsch hat, sich mehr in Richtung autarkes Leben zu bewegen, dann ist natürlich auch Komposttoilette ist eine tolle Geschichte, also es ist so vielfältig. #00:21:13#

Florian: Das ist auch ein gesellschaftliches Tabu Thema, so die Ausscheidung vom Menschen selbst. Das wird dann irgendwie so völlig fremd, es wird in die Toilette gemacht und dann wird irgendwo weggespült, und schon von klein auf lernen die ganzen Kinder, dass es irgendwie was Ekliges sei und dass das schnell weg soll, weil es ja in Anführungsstrichen stinkt. Und schon die eigenen Körperausscheidungen da so respektlos behandelt werden, und so einer Problematik mit der eigenen Identifikation was das auch angeht geschaffen wird, schon von klein auf. Und wir haben bei uns ja, oder hatten wir, wir sind gerade so ein bisschen in der Umbruchphase, wir wollen ja nach Brandenburg ziehen und dort auch Permakultur mehr leben als jetzt. Und hatten bis jetzt einen Schrebergarten sozusagen, und da haben wir über den Schrebergarten dann eine Gemeinschaft kennengelernt oder auch selber mit sozusagen dazu beigetragen, wo das auch umgesetzt wird. Also auch Terrapreta und Trockenklo, und effektive Mikroorganismen, alles so ein bisschen probiert. Und das ist, wenn man das dann selber auch wieder als Dünger nehmen kann und das wieder zurückführt, ist schon Gold wert. Und was ich auch sehr interessant finde ist, dass der Boden ja dann die Informationen aus dem Stuhlgang hat, zum Beispiel, und dann die Lebensmittel, die dort wachsen oder die Pflanzen, die dort wachsen, sich auch an diese Information anpassen und den Körper dann auch so wieder individuell unterstützen können. Bei der vielleicht Heilung von bestimmten Problematiken, oder einfach den Organismus unterstützen können, finde ich auch sehr interessant so die Ansicht mit den Informationen, und wie individuelles das dann auch ist. Was natürlich in der klassischen Lebensmittelindustrie so natürlich nicht vorhanden ist. Da wird einfach irgendwo alles angebaut und dann auf den Markt geworfen, und das ist nicht sehr auf den einzelnen Menschen bezogen. Was denkst du darüber? #00:23:06#

Jörn: Das ist, der spirituelle Aspekt, der ist natürlich auch ganz wichtig in der Permakultur, weil, also Permakultur ist ja auch eine Lebenseinstellung des, und Verständnis von Leben und von Kreisläufen und auch vom Tod. Also das ist, das passiert aber dann automatisch mit einem selber, dass man auch die anders empfindet. Für Pflanzen und für Tiere das nicht mehr so einfach weg haut weg mäht, sondern man macht sich schon Gedanken, mache ich das. Wenn ich jetzt eine Wiese mähe, ich mähe dann immer nur Teil, damit die Insekten eine Ausweichmöglichkeit haben auf den anderen Teil, der noch nicht gemäht ist und da Nahrung finden. Das ist zum Beispiel, wenn man sich überlegt, die Imker, die müssen im Sommer ihre Bienen füttern, weil die Bienen auf den Wiesen nichts mehr finden, und das ist einfach so, das sind so ganz viele Komponenten, die da mit reinspielen. Ich wollte noch was zur Komposttoilette sagen, wir haben das versucht, und ich habe das dann beobachtet vom Wasserverbrauch her, und ich habe festgestellt, und eine Freundin von mir, die das auch macht, die hat es bestätigt, es sind ungefähr 13 Kubik pro Person, was wir für die Toilette brauchen im Jahr zum Spülen, also 13 Kubik Wasser. Wenn man es umrechnet und vom täglichen Trinkwasserbedarf ausgeht von zwei Litern pro Mensch, pro Person, dann sind es knapp 18 Jahre Trinkwasser, was wir in einem Jahr verunreinigen, und es ist wirklich eine Verunreinigungen. Weil es muss auch wieder enorm viel Energie investiert werden, um den Kompost, um das Wasser mit Urin und Stuhl quasi zu reinigen. Und wenn du das in den natürlichen Kreislauf zurückbringst und kompostierst, dann hast du das alles gar nicht. #00:24:42#

Florian: Ja, das ist Wahnsinn, was da für Wassermengen gespült werden. #00:24:47#

Jörn: Und Wasser spielt eben in den Permakulturen eine ganz große Rolle, weil ohne Wasser haben kein Leben, deswegen über Wasser machst du dir in der Permakultur immer Gedanken. Wie kann ich Wasser sammeln, über Teiche oder über Swails, oder gucken, dass ich durch mulchen, durch Holzkohle in der Erde, damit einfach die Feuchtigkeit drinbleibt. Auch durch das Pflanzen von Bäumen, das ist ganz wichtig, damit die ein bisschen mehr beschatten und das Klima, die wirken ausgleichend auf das Lokalklima, die Bäume und von der Feuchtigkeit her. Das sind alles so Aspekte, die einen ganz hohen Stellenwert haben in der Permakultur. #00:25:22#

Florian: Es ist sehr wichtig, was denkst du über die Bezeichnung Unkraut und Schädling? #00:25:31#

Jörn: Ja, ich habe auch schon Schnecken gesammelt und umgebracht, weil ich, die rote Nacktschnecke, die kann schon zur Plage werden, wenn man was anpflanzt und dann ist es am nächsten Morgen alles weg, dann ist es frustrierend. Nur, also inzwischen habe ich da eine ganz andere Haltung dazu, weil ich davon ausgehe, dass, und das hat auch was mit dem Spirituellen zu tun, es hat, jedes Tier und jede Pflanze hat seine Berechtigung, hat eine Aufgabe zu erfüllen. Und gerade bei Schnecken ist es ja so, dass, die sind ja Fäulnisverhinderer im Grunde. Also wenn irgendwo Biomasse liegt, dann kommen die und machen so einen ersten Verdauungsschritt durch das Fressen und Verdauen, und deswegen, die bringen ja Leben mit. Auch durch diese Schleimspur, das ist ja eine Kohlenhydratespur, eine Zuckerspur, und auf der können wieder Mikroorganismen mitkommen und sich vermehren. Deswegen ist es natürlich eher die Frage, wieso kommen so viele Schnecken, oder wenn viele Schnecken zu mir in meinen Garten kommen, warum kommen so viele? Stimmt da was nicht mit dem Gleichgewicht, weil die andere Beobachtung ist, die ich jetzt nicht nur bei mir gesehen habt, sondern auch von anderen weiß, die Permakultur machen, je besser die Erde wird, und je mehr wir im Einklang mit der Natur arbeiten, um so weniger Schnecken kommen. #00:26:55#

Florian: Ja, ist interessant, ja. #00:26:57#

Jörn: Ja, also ich da, ich denke heute schon, dass da eine Kommunikation stattfindet zwischen Pflanze und Tier, das die auf irgendeine Art was aussenden, ein Signal, sagen ich bin schwach, ich kann hier nicht wachsen und dann kommt die Schnecke und frisst sie weg, und damit da nicht irgendeine Fäulnis ist, und so in der Richtung entsteht. Ansonsten, in der Permakultur gibt es keine Schädlinge, keine Unkräuter, das sind dann Beikräuter. So ein anderes Beispiel ist zum Beispiel auch Borkenkäfer, ist auch so ein Ding. In Brandenburg haben sie glaube vor zwei Jahren sehr groß gesprüht über die Wälder wegen-. Ich weiß nicht, was für Gifte, die da genommen haben, und der Borkenkäfer ist meines Erachtens die Antwort der Natur auf menschliches Fehlverhalten Wenn wir die Fichten Monokultur anpflanzen, dann sind die Pflanzen geschwächt, und dann kommt der Borkenkäfer. Und wenn wir das mal weiterspinnen, was würde passieren, wenn wir nicht eingreifen? Also wir haben jetzt eine Fichten Monokultur vor uns, ich kauf da von mir aus einen Hektar Wald, Fichten Monokultur, da ist der Borkenkäfer drin, und ich mache jetzt gar nichts. Ich meine, das mögen die Nachbarn nicht, weil die dann immer Angst haben, dass der Borkenkäfer auf ihren Wald übergeht. Aber wenn ich jetzt nichts machen würde, dann würde der Wald, peu a peu, würde umfallen, die Bäume würden alle absterben, und die würden umknicken, und dann würden die kreuz und quer liegen. Dann würde durch Wind, durch Eichhörnchen, durch für Vögel und Stuhl würde, durch die Ausscheidung würden dann Samen kommen, und durch das vermehrte Licht, was reinkommt auf den Wald, wird sich dann ein Mischwald entwickeln, also eine Mischkultur. Da kommen vielleicht so ein paar Büsche, und Pionierpflanzen und Brombeeren vielleicht noch, und dann wird sich über die Zeit da ein Mischwald entwickeln. Und der ist ganz stark und stabil, das Holz wird verrotten, das ist dann wieder Nahrung für, am Anfang, für Spechte und dann später für Kellerasseln, die ganzen Asseln und dann Mikroorganismen, und es trägt dann wieder zum Humus Aufbau bei, das sind dann wieder Nährstoffe. Und so versucht ja die Natur uns zu helfen, nur wir verstehen es nicht. #00:28:58#

Florian: Ja, also ich kenne das von Peter Wohlleben, ist dir wahrscheinlich auch ein Begriff, der Peter Wohlleben, der hatte das beschrieben, dass diese Borkenkäfer sich oft auch nur auf die, ich sage mal kranken und schwachen Bäume sozusagen stürzen, und die Starken dann das überleben würden, und so auch ein starker Wald wieder entstehen könnte. Wahrscheinlich, so die Vermutung, und indem wir, wie du eben wieder sagtest, da alles platt machen, ja ist dann eben auch nicht mehr viel. #00:29:24#

Jörn: Das Problem ist, was wir natürlich haben, ist das, durch die Fichte, das sind ja Flachwurzler, und dadurch, dass wir auch immer mehr Wetterextreme haben in Deutschland, haben die zu wenig Wasser, weil das natürlich in tiefere Schichten dann abläuft und oben schneller verdunstet, und dadurch ist natürlich schon sehr viel Fichtenwald geschädigt. Also ich sehe das bei mir selber, ich aber auch ein kleines Stück, und da ist der halbe Wald beim letzten sturm umgefallen, da war ich aber gar nicht so böse. Ich habe das vor zwei Jahren gekauft, und ich habe jetzt eben Mischbäume, also Misch-. Ich habe Esskastanien eingepflanzt und Walnüsse, Ahorn und Lärchen, einfach das da ein Mischwald entsteht. #00:30:02#

Florian: Das ist ja in Deutschland generell, das wir eigentlich die Unterteilung zwischen Forst und Wald, dass wir eigentlich fast nur noch Fortflächen haben, und sehr, sehr geringfügig Wald, und wenn überhaupt minimale Urwald. Es ist schon eine Entwicklung, die sich halt so fortsetzt, und die Erkenntnis irgendwann, dass der Mensch nicht unbedingt nötig ist, um den Wald zum Überleben zu helfen, das oft auch Problematik, denke ich, die gerade so in den Ämtern, in Forstämtern und allem, was so dahinter steht, irgendwie ja noch nicht so vorhanden ist, dieses Bewusstsein dafür würde ich mal sagen. Und immer dieses Helfer Syndrom, irgendwie immer eingreifen zu wollen, und wenn da der Baum nicht perfekt ist, dann müssen wir den rausnehmen, sonst wird der ganze Wald absterben. Und auch diese Angst davor, dass irgendwie mal ein Baum stirbt, oder dass das auch hier wieder ein Kreislauf ist. Ja, es ist ja auch in den Menschen irgendwie immer tief verankert, dass der Tod was Schlechtes sei, und diese ganze Angst vor allem, dass alles irgendwie sterben könnte, und da permanent in der Vorsicht zu sein, dass es eben verhindert werden muss, dass alles leben bleibt. #00:31:15#

Jörn: Ich habe es bei uns in der Stadt gesehen jetzt im Frühjahr, die haben, die ganzen Eschen haben sie jetzt umgesägt wegen dem Eschentriebsterben, das ist ein Pilz und da gehen eben die Eschen kaputt. Und jetzt haben sie prophylaktisch alle schon umgehauen, auch die gesunden, und es ist so eine Denkweise, wo ich einfach nicht verstehe. Weil, wenn ich jetzt eine geschwächte Pflanze hab, dann kann ich mir auch mal, bei Menschen machst du es ja auch nicht so, wenn einer krank ist, anstatt das Krankenhaus, bringst du ihn um. Die Denkweise ist so total daneben, und dann denke ich einfach, wieso versucht, also wie in der Medizin auch, du willst ja versuchen, dann überlegst du, was hat der und das könnte ihm helfen. Das könnte man mal bei so einem Baum auch machen, wieso ist der geschwächt, wenn er an dieser Stelle wächst, und was könnte ich tun, weil, wenn du weißt, warum er schwach ist, dann hast du ja gleich die Antwort was du tun kannst. Und das ist so ein bisschen schade, dass die, dass wir von dieser Denkweise da so weg sind, immer dann alles umsägen müssen. Bei den Pflanzen fällt es uns ganz einfach, bei den Bäumen wird dann radikal abgesägt. Das wird dann auf dem Amt beschlossen, und ohne an, ohne daran zu denken, was der Baum alles Gutes getan hat schon, und, wenn du auch überlegst, das sind ja meistens 50, 100 Jahre alte Bäume, was da wieder-. Also ich weiß nicht genau, wie viele Bäume wir pflanzen müssten, junge Bäume, um das zu kompensieren, was ein 100-jähriger Baum leistet. Das ist zum Beispiel so ein Punkt, das wäre mal interessant, vielleicht weiß das jemand von den Zuhörern, oder weiß jemand wie man sowas ausrechnet. Das wäre wirklich mal spannend, weil das ist nicht mit, ich säge einen Baum um und pflanze einen. Das geht nicht. Die Rechnung geht nicht auf, deswegen, wir müssen auch die Bäume schützen, den Bestand schützen. #00:32:59#

Florian: Ist ja auch, der Baum endet ja nicht nur, weil da irgendwie der Stamm abgesägt wurde, und unten drunter existiert auch noch was weiter und, also die Wurzeln und alles, Pilze und so, das ist trotzdem immer noch im System drin. Und kann man auch so ähnlich sinnbildlich auch wieder, wie du das angeschnitten hast mit der Medizin. Da wird immer irgendwie ein Symptom abgeschnitten, und dann haben wir gar nicht geschaut, wo kommt die Ursache her, wie du sagtest, und was können wir an der Ursache irgendwie ändern? Oder müssen wir das überhaupt ändern, damit sich da was in die positive Richtung entwickeln kann. #00:33:30#

Jörn: Also ich hatte, also meine Idee ist ja, dass wir da mit effektiven Mikroorganismen arbeiten kann zum Beispiel. Und ich hatte ein Interview mit Iris Zimmer auf dem Kongress, und sie hat mir gesagt, dass man auch den raffinierten Zucker nehmen kann und um die Bäume streuen, weil der Zucker dann wieder nährstoffeffektiv für die Mikroflora ist, und so könnte man den raffinierten Zucker auch sinnvoll einsetzen. Ich habe es noch nicht getestet, aber ich werd3 es testen. Ich bin mir sicher das klappt, weil es spricht nichts dagegen. Das ist einfach ein Punkt, wo man sagt, okay, ich habe jetzt einen geschwächten Baum, jetzt streue ich da mal Zucker hin, und gieß den mal über ein paar Wochen mit effektiven Mikroorganismen, dass da Leben reinkommt. Und was man auch machen kann, das ist auch wieder eine spirituelle Geschichte, das ist von, weiß ich gar nicht mehr den Vornamen, Andreas oder Michael Wüst, möchte jetzt nicht lügen, also Herr Wüst, sagen wir mal. Der hat sich viel mit Agnihodra beschäftigt und mit platonischen Körpern, mit Pyramiden wie die auch so wirken auf das Wachstum. Und der hat, das gibt es bei YouTube, kann man gucken. Da gibt es im Film, da hat er erzählt, dass er um geschwächte Pflanzen einen Kupfer Draht gewoben hat, der im 30 Grad Winkel geneigt ist und die Enden überlappen sich leicht. Also die berühren sich nicht, die überlappen sich leicht. Und das habe ich getestet an einem Apfelbaum, den ich gepflanzt hab. Da haben die Hasen die ganze Rinde weggefressen im Winter, weil ich den nicht geschützt hatte, und dann trieb der unterhalb von diesen zerstörten Rindenstellen trieb der wieder oberhalb der Veredlungsstelle, und dann habe ich das abgeschnitten oben, und habe ein Schutzgitter drum herum gemacht, und habe dann auch so einen Kupferdraht drum gemacht. Das war vor zwei Jahren, und der ist jetzt schon zwei Meter hoch. Also das hat wirklich funktioniert, da ist auch im Feld, was sich da aufbaut, was sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt und die Pflanze stärkt. #00:35:17#

Florian: Es ist mega interessant. Ich hatte das in der Permakulturgruppe bei Telegram, also wer Telegram hat, es gibt bei Telegram mehrere Permakulturgruppen, wo man auch immer um, ja Info und Rat fragen kann, die sind alle sehr hilfsbereit. Da hatte dann auch öfter jemand so ein Projekt, ich glaube in Spanien, wo er einfach komplett ohne Wasser und eben nur mit Kupfer und Strom versucht, und sogar erfolgreich dort Pflanzen hochzüchtet, oder Pflanzen anbaut, wie auch immer man es bezeichnen mag. Das ist ja auch eigentlich unvorstellbar, also entspricht nicht gerade dem was wir so gelernt haben, und finde ich auch sehr interessant, was da eigentlich alles machbar ist, außerhalb von unserer Vorstellungskraft. #00:36:00#

Jörn: Das ist ja auch Insofern spannend, weil, wir haben, als wir unser Haus gekauft haben, das ist ein gebrauchtes Haus, und der Balkon, den wir hatten, der war so konstruiert, dass eine Schicht drin war, also da war ein Holzbrett drauf, dann eine Folie drüber, und wie so eine Wanne. Und da lag Kies drin, und auf dem Kies haben die dann die Steine gelegt. Und da wuchsen Birken, in den Fugen wuchsen Birken. Die Birke ist ein Pionierbaum, und da sieht man mal mit wie wenig vom Anspruch, also der Ort, wo die wachsen, wie gering der Anspruch ist der Pflanze. Und das sind zum Beispiel manche, also viele würden jetzt hergenommen, das Rausreißen und Wegwerfen. Ich habe das aber anders gemacht, ich habe die eingepflanzt, weil das sind so starke Pflanzen, die auf so widrigen Umständen wachsen, wenn du die an einen schönen Ort pflanzt und die pflegst, dann werden das ganz, ganz gesunde und starke Pflanzen. Und das ist auch so, wenn die ganz widrige Umstände haben, uns so stark sind, dass sie dadurch kommen und die Natur ist so stark. Dann kannst du ganz, ganz, ganz gesunde starke Pflanzen bekommen. #00:37:08#

Florian: Ja, sehr interessant, findet immer einen Weg. #00:37:11#

Jörn: Jetzt sind wir ein bisschen von der Permakultur weg, das sind so Allgemeinthemen. #00:37:13#

Florian: Ja, trotzdem spannend, was alles so mit rein fließt. Ja (?Jörn), kannst du uns sagen, oder mir und den Zuhörern, wie die Permakultur jetzt konkret im Alltag aussehen kann. Wie kann ich denn anfangen, wenn ich einen Garten habe, oder brauche ich zwangshaft oder zwanghaft ein zum Beispiel Schrebergarten, oder eine Riesen Garten Fläche? Du hast vorhin auch erwähnt, dass wir die unterschiedlichen Ebenen haben. Und vielleicht kannst du da ein bisschen was erzählen, wie man auf einfache Art und für den Anfang schon mal die ersten Schritte gehen kann. #00:37:46#

Jörn: Also am besten ist natürlich immer, wenn du einen Garten hast, das macht die ganze Sache ein bisschen einfacher, Du kannst auch Permakultur im ganz Kleinen auf dem Balkon machen, aber ich erzähl mal ganz kurz wie wenn du jetzt eine Wiese hast, von mir aus mit englischen Rasen, und du möchtest da auf den drei, 400 Quadratmetern Kartoffeln anbauen und ein Gemüsebeet anlegen, dann kannst natürlich hergehen und sagen okay, ich grabe jetzt um, hole mir einen Bagger und Flug und stecke da viel Energie rein. Das machen wir aber in der Permakultur nicht, sondern du könntest jetzt hergehen und dir Kartonagen sammeln, und das Areal mit Kartonagen abdecken, die ein bisschen feucht machen, dass die sich, also mehr als zwei Schichten würde ich jetzt nicht machen, weil sonst, das verrottet dann zu langsam. Und dann kannst di da mit Heu zum Beispiel, kannst du dann das Heu auf das feuchte, auf die feuchten Kartonagen geben, dann kannst du sofort da anfangen zu pflanzen. Das ist eine Möglichkeit, was sich noch anbieten würde, vorher ein bisschen Kompost drauf bringen, damit da Nährstoffe dazukommen, das ist ganz gut. Also erst quasi das Areal überlegen. Wo möchte ich mein Beet, dann da eine Schicht Kompost aufbringen, dann Kartonagen, maximal zweischichtig, die anfeuchten, da Heu drauf, so ungefähr 20 Zentimeter, und dann direkt einen Finger durch das Heu durchbohren und durch die feuchte Kartonage durch, und da dann die Pflanzen setzen. Also Kartoffeln zum Beispiel, oder, da kann man direkt anfangen. Das ist, ich mache, das Heubeet mache ich prinzipiell, es ist so, dass, ich legt es auch, wenn ich jetzt ein Beet vorbereite, auch schon im Herbst aus. Dann lege ich da allerdings fast einen Meter Heu drauf, um die Erde zu schützen. Und das Heu hat eben auch das Tolle, wenn es verrottet, hat es einen ausgeglichenen Stickstoff Kohlenstoff Gehalt, und trägt dann eben zum Humusaufbau mit bei. Ein anderer Punkt ist, dass das Heu hilft, dass die Feuchtigkeit besser erhalten bleibt. Aber wenn man es ganz gut machen will, kann man noch Holzkohle dazu mischen. Das kann man schön auf die Spitze treiben, aber wenn man starten möchte, dann ist es eine ganz einfache Möglichkeit, und auch im Winter lasse ich die Beete immer so abgedeckt, mit Heu, mit Laub, damit es geschützt ist. Es ist wie die Jacke für, wenn wir rausgehen, gehen wir nicht ohne Jacke raus im Winter, oder wir baden im Eis. Aber das ist dann nur temporär, und so schützt dann, diese Schicht schützt die Erde. Die Kartonagen, die sind auch ganz gut dann für die Würmer, die Regenwürmer, weil die legen ihre Kokons in Papier, und dann vermehren die sich wieder, und ist auch wichtig. Dann noch EM dazugebe, im Grunde ist es ganz einfach, so ein Beet zu etablieren, und es macht auch Spaß, kann man mit Kindern zusammen machen. Und die haben dann, freuen die sich, wenn es wächst, kann man den Kindern eine Ecke geben, sagen, da darfst du was anpflanzen, und die gleich mit integrieren, dass die es gleich mit lernen, so spielerisch. Und nebenbei sehen die dann, wie man Beete anlegt, und dann muss ich nicht, wie ich das am Anfang gemacht habe, ich habe wirklich zwei Samstage lang bei mir umgegraben, ich hatte, eben auf der Obstwiese war auch Gras unten. Da wollte ich da Beete anlegen, und ich habe da gegraben, und ich war fix und fertig, weil ich ja diese körperliche Anstrengung auch nicht gewohnt bin. #00:40:59#

Florian: Das stimmt, das ist dann schon viel mit einmal, ja. #00:41:01#

Jörn: Das waren glaube ich nur 25 Quadratmeter, was ich am Schluss hatte, und das hat aber nicht funktioniert. Und mit den Kartonagen und mit dem Heu und bisschen Kompost drauf. EM, Holzkohle dazu, das funktioniert. Und das ist einfach, und das ist auch eine Permakultur. Weil ich eben nicht so viel Energie investiere, und dann die Natur machen lasse. Ich kopiere einfach die Natur, und dadurch, dass es abgedeckt ist und so, kann ich ganz einfach ein Beet etablieren. Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel, wenn jemand sagt ja, ich möchte jetzt aber ein bisschen englischen Rasen behalten, und aber anfangen, und dann würde ich sagen, dann bau einfach, irgendwo, es sich anbietet, bau zwei Hochbeete hin zum Beispiel. Das wäre auch eine Möglichkeit, dann hat man doch noch ein bisschen Wiese, und kann dasitzen, und wenn man das ist ein bisschen ordentlicher möchte, dann kann man das so strukturieren, das geht auch so als Übergangslösung. Aber wenn man sich mit der Permakultur beschäftigt, das wird dann, irgendwann wird aus dem englischen Rasen dann eine Blumenwiese, das geht gar nicht anders. Beim Hochbeet ist es auch so, der Klassiker ist ja heutzutage, dass man da eine Noppenfolie innen rein macht, damit das Holz nicht kaputt geht, und da rate ich davon ab, weil das ist erstens Kunststoff, und da brauche ich auch viel Energie für die Herstellung, da sind dann Weichmacher drin und es stinkt. Und das bröselt dann auch, weil es nicht lichtbeständig ist, und da habe ich dauernd diese Kunststoffteile in meiner Erde mit drin, das möchte ich auch nicht. #00:42:20#

Florian: Und in dem essen dann später vielleicht auch noch. #00:42:22#

Jörn: Richtig, und dann kannst du, da kannst du hergehen, und einfach die Bretter anbrennen, auf der Innenseite anbrennen, dass sie verkohlen, und dann mit abkühlen lassen, also mit Wasser zum Beispiel ablöschen. Das darf richtig Kohle sein, nicht nur so schwarz werden, sondern das darf richtig verkohlen an der Innenseite. Und dann mit Pflanzenöl einreiben, einpinseln, dann bleibt es ganz lang haltbar, und Kohle verrottet ja nicht, das ist ja was ganz Stabiles, haltbares. Und so kannst du im Prinzip es dann schützen, dass du dann anbauen kannst in deinem Hochbeet, ohne, dass du dauernd die Bretter auswechseln musst. Auf ganz natürliche Art, und dann würde ich prinzipiell immer im Hochbeet, der große Nachteil am Hochbett ist eben, dass die Oberfläche so viel größer ist, und dadurch ist der Wasserbedarf größer, weil die Feuchtigkeit schneller verdunstet. Und da würde ich immer mit Holzkohle arbeiten, damit ich was im Innern hat, was die Feuchtigkeit noch bindet. #00:43:18#

Florian: Und dann hat man natürlich auch, wie gesagt, dass keine Kunststoffe und ja, lässt es auch außen vor, so, dass man das einfach nicht selber mit in den Kreislauf einbringt. Und wir hatten bei uns in unserem Garten, da stand eine alte Laube vorher irgendwann auf einer anderen Fläche, und die wurde damals platt gemacht, und da waren überall, als ich umgegraben hab, überall Glasscherben und Plastikfolie, und eh sich das irgendwann mal zersetzt, das dauert natürlich. Wenn es überhaupt funktioniert, Jahrhunderte wahrscheinlich. #00:43:42#

Jörn: Ja, das ist was Grässliches, deswegen, ich habe auch schon so ein Folientunnel und so, wenn dann im Winter was anbauen willst, dann brauchst du fast so einen Folientunnel, und so. Das sind so Sachen, da habe ich mich bisher immer geweigert, weil ich nicht so viel Plastik möchte im Garten. Ich habe ein so ein Bogen auf einem Hochbeet, da habe ich eine Folie drauf, und das ist mir, im Grunde ist mir das ein Dorn im Auge, weil ich möchte mich davon komplett lösen, von diesem Zeug. #00:44:10#

Florian: Ja, langfristig auf jeden Fall, Stück für Stück. Ich habe zwei Fragen, einmal zum Beispiel, was du von Hügelbeeten und Keyhole Beeten hältst. Klingt immer spannend, und ob es wirklich was bringen soll, oder ob du es als nützlich empfindest, oder eher so eine Trenderscheinung? #00:44:31#

Jörn: Das ist, der Sepp Holzer ist ja der große Permakulturist in Europa, der Österreicher. Und der macht da bei sich in den Alpen, auf 1000 bis glaube 1400 Meter ist der ungefähr, da macht der ja viele Hügelbeete, und das funktioniert bei dem ganz toll. Meine Versuche, die haben alle nicht funktioniert, was Hügelbeete angeht. Ich weiß nicht ob ich einen Fehler gemacht hab, oder, ein Problem waren eben die Wühlmäuse, und vielleicht das andere Problem auch, das ich natürlich immer umzingelt bin von lauter Monokultur, das heißt, wenn dann die Tiere irgendwo eine Vielfalt finden, dann halten sie sich da auf, und dann ist, das Gleichgewicht ist also schon da zu stark gestört. Das Keyholebeet, das ist ja im Prinzip nichts anderes als wie so ein Turm in der Mitte, außen rum hast du ein Beet mit einem kleinen Zugangsweg, und dann schmeißt du ja dein ganzes Bioabfall, jetzt sage ich schon Abfall, die wertvolle Biomasse, die wirfst du ja dann in das Innere, und hast dann durch dieses Keyholebeet außen rum, dass es dann quasi der natürliche Dung ist, noch. Ich finde das, vom Prinzip her ist es gut, ich habe das auch schon im Hochbeet gemacht, da habe ich auch schon einen Artikel mal drüber geschrieben einen kleinen, im nachhaltigen Allgäu kam der. Kann man auch runterladen im Internet, und da habe ich so was ähnliches gemacht, dass ich im Prinzip einen Eimer im Hochbett hatte, in dem Eimer habe ich Löcher gehabt, und hab unten den Boden raus gesägt, und hab da immer alles reingeworfen, damit die Würmer dann quasi kommen können und es dort holen. Nur, das ist eben, das lockt eben auch Schnecken an, und ich für mich hab entschieden, das ist nicht gut, wenn ich jetzt mein Kompost direkt neben dem frisch gepflanzten Salat hab, weil der Abstand ist einfach zu klein. Also ich finde, was mir natürlich bei so einem, gerade das Keyholebeet, das ist natürlich auch optisch schön, ich bin ja auch, ein bisschen Ästhet bin ich auch. Und ich finde auch das darf schön aussehen, ein Garten darf auch schön aussieht, es ist, für mich ist jetzt ein englischer Garten nicht schön, ich finde eher so eine idyllische Wildnis mit verschiedenen Pflanzen, wo es blüht in allen Farben und so, das finde ich schön. Und das ist ja für das trainierte, zivilisierte Auge ist das vielleicht Unordnung, aber das finde ich, ich finde es, das ist für mich Ordnung. Und deswegen, ich finde auch so, wenn man sagt, okay, ich mach mir so ein Keyhole Beet, okay das muss jetzt nicht so ein Turm in der Mitte haben, wo man das füttert, das kann ich auch weglassen. Dann ist es, ich kann schönes bewirtschaften, und komm gut hin, das kann ja auch optisch ganz schön gestaltet sein, mit alten Ästen zum Beispiel oder mit, in Kombination einer Trockensteinmauer. Und dann hast du gleichzeitig wieder durch die Steine eine Wärmefalle, wo du wieder wärmebedürftige Pflanzen setzen kannst, dann kannst du die wieder anbauen, als das ist-. Ich finde, es sind schöne Elemente, die man dann, wenn man die schön ineinander integriert, auch mit der Kräuterschnecke zum Beispiel, das kann schon schön sein. Oder was wir auch schon mal gemacht haben, aus Hügelbeeten dann so ein Labyrinth für Kinder. Das dann quasi so deinen Weg läufst, dann kannst du da ernten und zum Schluss bezahlst du was. Das sind tolle Ideen, finde ich super. #00:47:42#

Florian: Und dann wird immer, wie du schon angeschnitten hast, immer auch Lebensraum oder irgendwie eine Ergänzung für andere Pflanzen oder so. Und ist nicht nur Müll, der da irgendwie unordentlich rumliegt, sondern hat immer seinen Sinn, und irgendwie lockt es immer Tiere an, oder auch bestimmte Pflanzen, und hilft dann auch wieder auf eine gewisse Art. Die Lebensräume sind auch schon extrem verknappt. #00:48:05#

Jörn: Selbst ein Steinhaufen, oder ein Haufen mit Ästen, den kann man ruhig auch mal liegen lassen im Garten, also gerade, wenn man einen größeren Garten hat auf jeden Fall, weil in den Stein, da sind dann wieder Eidechsen drin und haben Lebensraum, die sonnen sich so auf den Steinen, oder in den Ästen, da sind dann Rotkehlchen oder Zaunkönig, die können da nisten. Also das ist wirklich Lebensraum. Das ist nicht so, dass es ein unordentlicher Haufen ist, ist da wegmuss, sondern das ist für die Biodiversität ist es ganz toll. Das sind verschiedene Elemente, die die einfach dazugehören. #00:48:37#

Florian: Der Vogel schnappt sich wieder ein Wurm, und die Echse, die schnappt sich wieder was anderes, und so ist das dann immer im Kreislauf. Was, hältst du es für vorstellbar oder möglich, dass die Monokultur langfristig, ja ich sag mal durch die Permakultur abgelöst wird, und was denkst du wie eine Gesellschaft aussehen würde, in der die Permakultur viel mehr Augenmerk bekommen würde? #00:49:04#

Jörn: Also ich bin absolut sicher, dass die Monokultur Stück für Stück verschwinden wird. Ich, mein Standpunkt ist also, die Permakultur ist die einzige Zukunft, die wir haben. Wir kommen nicht um das Thema Permakultur drumherum, wenn wir den Planeten und die ganzen Menschen hier ernähren wollen, was übrigens geht mit der Permakultur, weil ich viel mehr Ertrag habe auf einer kleineren Fläche mit der Permakultur, und das eben Systeme sind, die sich gegeneinander stärken und stützen, deswegen sind das gesunde System hinterher, wo ich eben nicht dauernd Energie und Gift und sowas dazu geben muss. Also ich bin absolut der Überzeugung, dass das die Zukunft ist, deswegen hänge ich mich da auch so rein, und es ist ja auch was, was so-. Also mir bereitet es ja Freude. Ich bin, wenn ich in der Natur draußen, es gibt nichts Schöneres als in der Natur zu sein, im Garten zu arbeiten und in der Erde zu wühlen und die eigenen Kartoffeln zu ernten. Das ist, ich habe das mal im anderen Kontext mal erwähnt, wenn man sich jetzt überlegt, man kauft sich einen Rennwagen der ist irgendwann, nach zwei Monaten ist der normal, und dann ist es wieder langweilig. Wenn ich aber in der Natur was mache, da ist immer eine Veränderung da. Es bewegt sich, es wächst, es lebt, die ganzen Tiere, und das ist immer spannend. Es wird dir nie langweilig, und da kannst du dich nie satt dran sehen. Ich fahre mit meinem Sohn, ich habe immer das Fernglas im Auto mit dabei, und da sind wir bei uns auf dem Acker losgefahren, letztes Mal ist da ein Falke, ein Turmfalke ist da gelandet, auf so einem Erdhügel. Und der stiefelte dann da auf dem Hügel rum, und hat im, dahinter hatte ich das Heubeet, im Herbst war das, und da hat der im Rumlaufen, hat er dann die Maus gefangen. Und hatte die dann oben gefressen, wir haben das beobachtet, wir saßen schon im Auto, weil wir losfahren wollten, und das habe ich noch nie beobachtet. Das ein Falke beim Spazierengehen, also normal fliegen die, dann Rütteln die und stürzen in die Tiefe, aber das beim Spazierengehen eine Maus gefangen hat. Das sind solche Kleinigkeiten, das ist so spannend und das hört auch nie auf mit Lernen. Es ist, deswegen, ich denke, wenn du jetzt fragst welche, wie so eine Gesellschaft aussehen könnte oder wird, ich denke, es ist ganz wichtig, dass jeder Einzelne sich vielmehr wieder um seine eigenen Lebensmittel kümmert und da auch guckt, was ihm oder ihr Spaß macht. Ich muss jetzt nicht alles machen, ich muss nicht Salat anbauen, wenn ich keine Lust dazu habe, dann mache ich das so, wie wir es vorhin gesprochen haben. Dann tausche ich, und ich kann irgendwas anderes, vielleicht ist jemand, wenn jemand jetzt gar nicht im Garten arbeiten möchte, und dann und von mir aus als Physiotherapeut oder, dann kann er den Menschen auf eine andere Art helfen. Und dann kann man sich austauschen, ich denke, das Leben wird sich, und da werden wir wahrscheinlich gar nicht drum herum umkommen, vielmehr wieder in das, nach außen, in die Natur verlagern. #00:51:52#

Florian: Du meinst das es unausweichlich ist, ja. #00:51:54#

Jörn: Das ist auch, weißt du, wenn du guckst, zum Beispiel, der Vitamin D drei Normwert, der liegt zwischen 30 und 80 in Deutschland, das wird als Norm angegeben, und das ist eben so festgelegt worden, dass viele Menschen, die sind ja überwiegend im Haus tätig, und wir haben dadurch einen relativ niedrigen Vitamin D drei Spiegel. Und aufgrund von dieser minderversorgten Bevölkerung, da ist ein Querschnitt gemacht worden, da wurde eben geguckt, was haben die so, und dann legt man das als Normwert fest. Aber wenn man bei Naturvölkern guckt, die haben über 100, 120, 30 teilweise, was bei uns schon als, Vitamin drei Vergiftung hörst du dann schon von manchen Ärzten. Und hören sie bloß auf, Vitamin D drei zu nehmen, das sind so ganz einfache Beispiel, wo man einfach auch sieht, wie wichtig das ist. Vitamin D drei zum Beispiel ist was ganz Wichtiges für unsere Gesundheit. #00:52:42#

Florian: Ja, das ist auch, wir tragen permanent Kleidung, wie du sagtest, wir sind immer drinnen, und wenn wir mal draußen sind, schmieren die meisten Menschen sich dann immer mit irgendwelchen Sonnenschutzcremes sein, die das, die einfach nichts irgendwie zum Positiven wende. Und weil sie dann eben nur einmal im Jahr in der Sonne sind, verbrennen sie sich dann natürlich, und sind dann wieder abgeschreckt und bleiben dann wieder drin, oder schützen sich vor der ach so schlimmen Sonne. #00:53:05#

Jörn: Das habe ich auch gehabt. Also ich bin, ich habe ja eine helle Haut und bin, da bin ich jetzt nicht so widerstandsfähig von der Haut her, die verbrennt eben schnell, dadurch habe ich mich früher immer sehr viel im Schatten aufgehalten. Und bin auch immer leicht bekleidet gewesen, damit ich nicht so viel direkte Sonneneinstrahlung habe, aber seit ein paar Jahren mache ich das zum Beispiel ganz anderes. Ich fange, im Frühjahr, wenn die Sonne draußen ist, fange ich schon an immer mal wieder T-Shirt runter, und dann vorne zehn Minuten, hinten zehn Minuten, dass die Haut sich daran gewöhnt, weil das ist auch ein Gewöhnungsprozess. Und in dem Kontext könnte man mal noch die Frau Allman erwähnen, Ingeburg Allman heißt die, die ist ein Apotheker aus Biberach. Und die hat sich sehr viel mit der Urintherapie beschäftigt, und sie hat auch mehrere Bücher geschrieben und hat, auch aufgrund ihrer eigenen Leidensgeschichte hat sie sich damit beschäftigt, und ist genesen. Und die hat mir mal gesagt, der beste Sonnenschutz ist, wenn wir uns mit unserem eigenen Urin einreiben. Und ich habe es dann mal im Urlaub getestet. Weil im Urlaub, da kennt dich niemand, man kann sich mal ausprobieren. Da waren wir in Kroatien, und da habe ich es wirklich ausprobiert, und ich habe keinen Sonnenbrand bekommen, habe eine leichte Haut Bräunung gekriegt, es riecht auch nicht, und ich denke, das ist so was, auch was Natürliches. Wenn wir jetzt auf dem Feld arbeiten, und klar, ich kann einen Strohhut aufsetzen, damit ich ein bisschen geschützt bin, ich kann auch ein dünnes T-Shirt mir anziehen, und-. Aber trotzdem mal zwischendurch wieder runternehmen, oder auch wenn man merkt, dass die Haut leicht verbrennt, dann ruhig ein bisschen Urin drauf einreiben, das ist gut, und dass auch so wieder so dieses Thema, unsere eigene Ausscheidung und die Hemmungen davor. #00:54:44#

Florian: Ja, auch diese abwertende Haltung dem gegenüber. #00:54:48#

Jörn: Einfach einfache Mittel, gucken und neugierig bleiben, was da funktioniert und was man machen kann. #00:54:55#

Florian: Ja interessant, habe ich noch nie drüber nachgedacht, die Bücher werde ich mir mal anschauen. #00:54:59#

Jörn: Die sind auch ein bisschen schwer zu kriegen zurzeit, weil das eine wird nicht mehr aufgelegt, aber vielleicht da mal im Antiquariat gucken, ob es die noch gibt. Das eine heißt, also Ingeborg Allmann heißt die Frau. #00:55:10#

Florian: Kann ich alles mit in die die Beschreibung dann packen. Wenn das Interview hier veröffentlicht wird. #00:55:16#

Jörn: Ja, dann schicke ich dir es zu noch. #00:55:17#

Florian: Das wird noch ein paar Wochen dauern, bin jetzt gerade in der Anfangsphase noch, nehme jetzt gerade noch ein paar Gespräche auf, und dann können wir es mit reinnehmen. #00:55:26#

Jörn: Also was ich auch ganz wichtig finde im eigenen Garten, dass wir, wenn wir eine Hecke außen rum pflanzen, zum Beispiel, dass wir da ist nicht eine Thuja Hecke pflanzen, sondern, da kann schon mal eine Thuja mit drin sein, ist nicht schlimmer, aber nicht jetzt eine Thuja Monokultur Hecke. Was ich immer mach, ich pflanze eben grad Felsenbirnen, Kanai kirschen, Rosen also für Hagebutten, und Schlehen, dann noch Holunder, das sind alles so Pflanzen, wo wunderbar blühen. Das ist Nahrung für die Insekten, gerade Kanaikirsche blüht sehr früh im Frühjahr und ist ein ganz wichtiger Lieferant für die Bienen, ein Nahrungslieferant. Und für uns ist es schön, da sprechen wir über den spirituellen Anteil, ja, weil es einfach eine Augenweide ist, wenn es so blüht und da Vielfalt ist. Und wir können natürlich auch die Beeren ernten, also die Felsenbirne zum Beispiel. Die ist relativ früh im Jahr reif, vor den Erdbeeren noch, und da gehe ich dann auch schon, früh für das Müsli morgens hole ich mir von der Felsenbirne eine Handvoll, und die Kanaikirsche zum Beispiel, die ist ganz spät im Herbst, also nach den Äpfeln ist die reif. Die ist ganz Vitamin C haltig, das ist im Prinzip der, die Vitamin C, der der große Lieferant vor dem Winter. Dass wir uns dann noch mal richtig die Depots auffüllen, auch Hagebutten ist auch viel Vitamin C drin, sind ja auch alles Früchte, die kann man ein bisschen sammeln, auch trocknen für sich für den Winter, eine Reserve anlegen, und Tee. #00:56:52#

Florian: Haben wir auch gemacht ja, und Tee draus machen. Die Kinder naschen die auch voll gerne. #00:56:56#

Jörn: Genau, das Schöne bei den Wildwuchsgehölzen, das sind ganze robuste Pflanzen, die sind nicht so anfällig wie Kulturpflanzen und viel nährstoffreicher, das ist ja auch der Grund, warum ich immer auch guck auf Wildkräuter zu gehen. Giersch zum Beispiel, oder jetzt im Frühjahr geht es los mit Bärlauch als erstes, dann kann man Giersch, Spitzwegerich, Löwenzahn, Brennnessel, das wächst ja dauernd. Und das kann man immer auch mit rein geben in Salat, der Giersch hat 20-mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat zum Beispiel. #00:57:30#

Florian: Ist auch immer dann eine schöne Abwechslung dann ja, und vor allem auch interessant zum Beispiel bei Brennnessel. Die verschiedenen Entwicklungsstufen, dann kann man dann die Samen nehmen. Die Wurzel, dann die Blätter, kann auch wieder sehr viel damit machen. Wie du sagtest, es ist fast ganzjährig oder ist ganzjährig immer irgendwas verfügbar, und gerade auch so Vitamin C und alles ist auch nicht so isoliert in einer Säure, sondern eben so Natürliches, wo alles dabei ist was der Körper auch braucht, um das irgendwie zu verstoffwechseln dann. Und man kann auch eigentlich nicht zu viel davon essen, weil irgendwann, wenn man, man wird keine 100 Hagebutten essen, weil man es einfach nicht runter bekommt, und dann ist schon so eine natürliche Schutz Funktion auch da vor. Von bestimmten Sachen vielleicht mal zu viel zu konsumieren oder so. #00:58:13#

Jörn: Ich glaube da brauchst du keine Angst haben, das schaffst du nicht. #00:58:18#

Florian: Genau, also wenn man jetzt so ein isoliertes Nahrungsergänzungsmittel nimmt, kann man da fünf Esslöffel rein machen und dann ist, schmeckt es vielleicht trotzdem noch gut, weil das so zusammengesetzt ist, dass das schmeckt. Aber Hagebutten wird man jetzt keine drei Kilo nacheinander essen, davor ist man sozusagen immer automatisch gesichert. Okay, ja. #00:58:38#

Jörn: Also die fällt, und die hat noch ganz andere Funktion. Das ist ja auch Lebensraum für die ganzen Vögel, für Kleinsäuger, für die verschiedenen Reptilien, und so, deswegen ist, ja. Und dann haben wir die ganze Vielfalt, Feuchtigkeit bleibt erhalten. Ich bekomme wieder durch das Laub Biomasse, was ich dann wieder auch verwenden kann, ab und zu muss sich sicherlich auch was wegschneiden von der Hecke, damit der Nachbar sich nicht ärgert. Und dann kann ich das wieder kleinhäckseln, und das wieder zum mulchen verwenden und so, das ist-. Wenn man den Kreislauf dann mal so anschiebt, das macht Spaß, und man kriegt fruchtbaren Boden, und es wird immer vielfältiger und schöner. Und das ist das Tolle, was mich so an der Permakultur fasziniert, wenn man sich da mit dem Pflanzen beschäftigt, wenn man die Kreisläufe sieht und die Vielfalt, wie das zunimmt, das ist einfach-. Weil es so spannend ist, und ich kann nur alle motivieren, die das hören, macht, fangt an, setzt das um. Und wenn es auf dem Balkon ist mit einer Kiste zum Beispiel, eine Wurmkiste oder Bokashi, und dann vielleicht eine Kiste mit Kräutern, da kann man sich eine Holzkiste zusammennageln, und dann da Kräuter reinmachen zum Beispiel. Dass man schon zum Essen paar Kräuter dazu machen, Salbei zum Beispiel, oder Thymian, oder sowas. #00:59:53#

Florian: Das wertet alles sofort auf, da fühlt man sich so viel frischer, wenn man einfach so ein paar Kräuter direkt aus dem Hügelbeet oder wo auch immer her direkt mit schnappt, und mit verzerren kann, das ist echt, macht viel aus. Und dann hat man auch immer kleine Mengen dabei, die man dann mitisst, und wenn man das so zur Gewohnheit macht, das immer mit so zu essen, macht auch immer Spaß und ist lecker. Und da haben auch wieder viele gesagt, dass, für die Kinder ist es einfach, wenn die in so eine Welt hineinwachsen, selber da entdecken zu dürfen und was anbauen oder ja, was mitpflanzen zu können. Und diese Eindrücke, und wie sich das, wie du sagtest entwickelt, und wir haben hier bei uns einen Waldrand und Wasser, und wir sagen immer zu dem Kind, oder wir sagen oft zum Kind, du brauchst kein Spielzeug mit rausnehmen, der Wald ist voll mit Entdeckungsmöglichkeiten, du kannst da alles machen. Und man sieht ja jeden Tag einfach beim Spazieren so viele interessante, spannende Sachen, und so ist es halt dann auch schon im Garten, oder wenn man einfach nur Kräuter schon anpflanzt auf dem Balkon. Da kann man die Kinder einfach so genial mit einbinden, denen macht das so viel Spaß, und ja, ich sag mal der einfache Handkontakt schon zur Erde, einfach mal mit den Pflanzen auch zu interagieren, und da einfach ein Bewusstseinsgefühl wieder zu bekommen, und nicht immer alles nur durch irgendwelche Plastikverpackungen auszukippen auf dem Teller. Und finde ich auch sehr großer Pluspunkt der Permakultur und diesem ganzen Umgang und-. #01:01:16#

Jörn: Ich denke, das ganze Bewusstsein dann ist, wenn sich das jetzt ändert, wenn, das weißt du selber, wenn die Kinder schlecht drauf am Regentag, dann packst du die ein in Gummistiefeln und Regenklamotten, und dann geht es raus und dann ist wieder alles gut. Also ich kenne hier einen SOLAWI Betrieb, die haben in Zusammenarbeit mit der Psychiatrie, und da kommen immer wieder welche aus der Psychiatrie und arbeiten dann dort auf der SOLAWI. Und die haben Heiler, also da sind Betreuer mit dabei und Therapeuten, und die haben enorme Heilerfolge. Und das ist so, ich habe das schon lange vermutet und es bestätigt sich immer mehr, dass die wirkliche Heilung, die erfahren wir in der Natur. Durch den Aufenthalt in der Natur, durch das Beobachten der Natur, durch das Essen der natürlich gewachsenen Lebensmittel. Da kann man auch mal wirklich mal experimentieren, da gibt es auch tolle Bücher, die kannst du auch verlinken, die schicke ich dir dann noch zu. Wo die ganzen Wildkräuter und diese essbaren Wildpflanzen drinstehen, und da einfach mal gucken. Ich habe jetzt zum Beispiel, du kannst ja vom Apfel die Blätter essen, junge Birkenblätter kannst du essen, junge Buchenblätter kannst du essen, dann kannst Himbeerblätter, Johannisbeerblätter, das ja er so viel, im Grunde ist fast alles essbar. #01:02:32#

Florian: Kommt immer auf die Menge an so, ja, aber auf jeden Fall. #01:02:35#

Jörn: Oder auch aus den Eicheln dann Mehl machen, Bucheckern. Das kann man ja alles verarbeiten. Da ist, sind tolle Bücher, auch von Doktor Markus Strauß, der ja mit essbaren Wildpflanzen, da setzt er sich ein, und das gehört in jede Permakulturbibliothek, dass man da die Bücher mit aufnimmt und sich das Wissen aneignet. Weil das ist so, das ist so toll, da muss man nicht immer Salat pflanzen, es muss nicht immer Salat sein den ich mir pflanze, es kann auch noch was anderes sein. #01:03:05#

Florian: Ja, kann man anbauen. Wir können ja mal kurz diese Solawi besprechen. Vielleicht kennt der ein oder andere das auch gar nicht, kannst du das mal kurz erklären noch, warum es sich da handelt bei der Solawi, und Gemüsekisten und solche Sachen. #01:03:19#

Jörn: Ja, Solawi das ist die Abkürzung für solidarische Landwirtschaft. Also ich denke, ein Hauptproblem in der Landwirtschaft ist ja, dass die Bauern subventionsabhängig in ihrem Teufelskreis arbeiten. Immer mehr Energieverbrauch, müssen immer irgendwas umsetzen, um irgendeine Subvention zu bekommen. Da ist eben der Gedanke der solidarischen Landwirtschaft, dass man Gemüsekisten verkauft, direkt, also direkt, in der Direktvermarktung an den Verbraucher, und dass der Verbraucher sich auch mit integrieren kann, und unter der Anleitung dann selber mithilft, und dass es in der Gemeinschaft gemacht wird. Und es ist so ähnlich wie so eine Art Genossenschaft organisiert, dass man zum Beispiel dann hergeht und sagt okay, die Gemüsekiste für das Jahr 2021, da zahlt jetzt jeder 1000 Euro im Januar und überweist das. Und dafür kriegt er jede Woche eine Gemüsekiste, also saisonabhängig. Und dann schaff man natürlich die Situation, dass der Bauer aus, der wird erst mal von der Liquidität her unabhängig von den Subventionen, und kann dann über direkt Vermarktung, kann natürlich die Vielfalt aufbauen. Und durch Mithilfe kann man da dann, das geht im Grunde auch nur mit Permakultur, dass man da so Strukturen etabliert. Und das ist eben das Schöne, dass wir, wir sind ja nicht allein, wie wir das oft denken. Es sind so viele Menschen, die das machen wollen, und auch selbst, wenn ich jetzt in der Stadt wohne, kann ich jetzt, keinen eigenen Garten hab, kann ich auch gucken. Da gibt es im Internet auch Solawi Verband Deutschland, da kann man gucken wo ist die nächste Solawi in meiner Region, kann ich da mit dem Fahrrad hinfahren zum Beispiel. Dann rufe ich da an, frage, ob ich mithelfen kann, und je mehr Menschen das machen wollen und je größer die Nachfrage da ist, da passiert ja dann auch was. Da wird sich eine Solawi nach der anderen entwickeln, und gerade um die Städte rum denke ich mal ist es, ist das ein Riesenpotenzial, um auch die Menschen, die in der Stadt leben zu versorgen. Auf dem Land denkt man manchmal, da ist noch Friede, Freude, Eierkuchen, aber selbst hier, ich meine ich wohne jetzt in einer 30.000 Einwohner Stadt, Randgebiet, und wenn man da aus der Stadt raus geht, haben wir auch nur Monokultur um uns rum. Also, erst wenn man dann weiter Richtung Allgäu geht, da ist dann die Permakultur schon wieder ein richtiges Thema, wo das schon gut etabliert ist, und wo viel mehr Menschen das Umsetzen in klein. Auch teilweise ein bisschen im Größeren, aber das, die große Landwirtschaft, da ist immer noch Monokultur, auch bei uns. Und es ist schon ein bisschen frustrierend, wenn man durch die einen Spaziergang macht, und du siehst eine Ackerfläche an der anderen, und bei mir ist dann so, da geht die Fantasie mit mir durch. Ich denke okay, da kannst du einen Baum hinpflanzen, da kannst du das machen und da das machen. Es ist halt so, als Zahnarzt, da brauchst du nicht kommen und dem Bauern sagen, wie sie Permakultur machen sollen, da, das müssen andere übernehmen. Das müsste im Prinzip ein Bauer machen, der umgestellt hat auf Permakultur, der kann den zeigen, wie ein Waldgarten funktioniert, wie eine Solawi funktioniert, wie eine Direktvermarktung funktioniert. Aber ich bin da der falsche dafür, ich kann nur die anderen motiviert. #01:06:33#

Florian: Was denkst du so, wenn jetzt, ich sag mal, hier jetzt ein Bauer zu hören würde und sich denkt, das klingt alles total spannend, interessant, ich würde da gerne was versuchen. Würdest du dann vielleicht empfehlen sogar so eine solidarische Landwirtschaft, vielleicht auch auf eigene Faust zu starten, und vielleicht nach Menschen zu schauen, die das auch unterstützen wollen, um, ich sage mal, aus diesem Kreislauf rauszukommen Stück für Stück von der klassischen Landwirtschaft? #01:06:58#

Jörn: Ja, da gibt es, es gibt viele Bauern, die sich da Gedanken machen, und ich denke, was natürlich, und ich würde mich freuen, wenn einer zuhört und das umsetzen möchte. Und was ich da immer für mich jetzt denke, weil ich habe das mit der biologischen Zahnmedizin, ich habe früher auch konventionell gearbeitet, ich nenne es mal, um es analog zu machen. Und da war auch die Frage, wie stellst du das um, machst du es schlagartig, oder wie macht man es am besten? Und ich habe es auch Schritt für Schritt gemacht, weil sowas muss sich auch entwickeln, deswegen, ich würde jetzt, wenn ich jetzt eine Landwirtschaft hätte, du musst natürlich auch sehen, das, ich mache das ja nebenher und muss nicht davon leben. Das heißt, da kann ich natürlich viel leichter jetzt ein Misserfolg hinnehmen als jemand, der davon leben muss, und das ist vielleicht auch wichtig, das Bewusstsein in der Bevölkerung. Und das ist auch so ein Punkt in der Solawi, dass der Verbraucher dann auch Misserfolg mit trägt in einer gewissen Form und im gewissen Umfang. Weil, das kann ja nicht sein, dass wir das ganze Risiko dann auf den Bauern umwälzen. Der jetzt wirklich seine Aufgabe, seine ehrenhafte Aufgabe, die er hat, die Bevölkerung zu ernähren, also im Gegensatz zur Energieherstellung mit Mais, hat er die ehrenhafte Aufgabe und Verantwortung und, dass er die Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln versorgen darf. Da kann es nicht sein, dass wir dann sagen, ätsch bätsch, jetzt ist es halt dumm gelaufen, jetzt kaufe ich halt woanders und du guckst in die Röhre, das kann ja auch nicht sein. Also wir müssen ja dann schon als Verbraucher auch zum Bauern stehen, und da wieder zusammenhalten. Das Zusammenhalten ist ganz wichtig, und da muss der Verbraucher auch bereit sein, ein bisschen Risiko mitzuübernehmen. Und jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift, also wenn man jetzt das etablieren möchte, ich würde es Stück für Stück anfangen. Also ich würde da, wenn ich jetzt da, weiß nicht, 50 Personen Hektar hätte, da würde ich mal zwei Hektar nehmen und da anfangen, Waldgärten zu etablieren. Und das dauert sowieso, bis es aufgebaut ist, ja und einfach mal auch beobachten, wie funktioniert das. Und mal die ersten Versuche machen, und du kriegst da jetzt nicht sofort im ersten Jahr eine riesen Ernte. Das dauert, bis es sich aufgebaut hat, und was ich auch machen würde als Bauer zum Beispiel, vielleicht das so gestalten in der Übergangsphase, dass ich so eine Art (?Aggro) Forst mir anlege, also die Kombination zwischen Forstwirtschaft und Landwirtschaft. Dass man hergeht und in die Felder Baumreihen pflanzt. Aber eben in so einem lockeren Abstand, dass ich noch gut mit den Maschinen durchfahren kann. In der Übergangsphase, das wird dann irgendwann auch sich ändern, und da kannst du selbst in einem Flug direkt bis an den Stamm pflügen, da gehen dann die Wurzeln, die oben sind kaputt, aber der Baum kapiert das dann schon, dass er weiter in die Tiefe muss, weil oben gibt es dann nichts mehr. Also das wäre in der Übergangsphase, sicherlich ist es noch ein Weg, der gehbar, gangbar wäre. Und dadurch wertest du natürlich auch dein ganzes Anwesen auf, weil durch die Bäume, da würde ich zum Beispiel Esskastanien und Walnüsse, und Kirschen und Äpfel, und Obstbäume, und ein paar Eichen und Buchen und Ahorn, alles so in der Richtung würde ich da pflanzen. Wo man auch noch mit Obst und Nüsse bekommt. Das kann man dann auch verkaufen, und das muss man nicht zwangsläufig selber zusammensammeln. Da kann man auch sagen, wenn dann, wenn ich mir dann mit der Zeit das aufbaue und es sich rumspricht, dass ich sowas habe, dann kann ich auch sagen hey guckt, da draußen ist der Baum, gehe raus, hol dir ein Eimer voll oder eine Kiste voll, und dann kommst du rein und die Kiste 20 Euro oder so, und dann ist gut. Das muss man ja nicht alles zwangsläufig immer so aufarbeiten, dass es dann schön geordnet im Regal steht. Also das ist, ich denke es gibt viele Menschen, die auch bereit sind, das selber zu sammeln. Und das ist ja auch, das ist ja auch Meditation so was zu machen. Und deswegen, also AggroFort ist was ganz Spannendes. Das hat mit Permakultur nix zu tun, aber das wäre ein guter Schritt, ein Schritt in die richtige Richtung. Oder was man machen kann, entlang der Feldwege mal Bäume pflanzen, so kleine Alleen anlegen, das gibt es, in Brandenburg gibt es das mehr, aber bei uns zum Beispiel verschwinden die mehr und mehr die ganzen Alleen. Und es ist nur noch alles ein Feldweg, nur noch Acker links und rechts und Mais, und das ist schon traurig, wenn man das mal anguckt, und es tut auch weh im Herzen. Aber wir können es nur für uns in unserem Bereich ändern, und gucken, dass wir zeigen wie es geht, und andere Menschen dazu motivieren. Und deswegen, ich würde es langsam starten als Landwirt und gucken, dass ich mir die Selbstvermarktung dann aufbaue, dann bekommst du das Stück für Stück weg von den Subventionen, von der Abhängigkeit, die da vom Bund und von der EU kommen. #01:11:39#

Florian: Kann man ja selbst so auch schauen, dass man vielleicht sogar in irgendwelche Bioläden reinkommt, wo man etwas anbieten kann. Bei uns in der Stadt ist zum Beispiel ein Bioladen, der hat dann auch die Gemüsekisten und so weiter. Und da kann man das auch etablieren, als solidarische Landwirtschaft und das mit anbieten, und da ist auf jeden Fall viel Nachfrage. Und, auch was du gesagt hast so mit dem, dass das etwas Meditatives dann schon hat, das zu pflücken und so weiter. Das ist ja auch, wir haben jetzt im letzten Jahr, haben uns immer weiter weg entwickelt vom Supermarkt, überhaupt irgendwie in den Supermarkt zu gehen, und haben hier einen Marktstand, und da sind natürlich die Äpfel, weil die halt auch jetzt nicht in irgendwelchen perfekten Gegebenheiten angepflanzt wurden, haben die natürlich Druckstellen und das und das, sehen nicht so perfekt aus. Und es war auch erst mal so eine Umgewöhnung von diesem perfekten, von diesem perfekten Obst oder Gemüse, auch zu sagen okay, in der Natur es ist auch nicht perfekt, alles andere als perfekt. Da war vielleicht ein Wurm drin, oder hat sich irgendwie ein Vogel was rausgepickt oder was auch immer, und auch sich Stück für Stück von diesem Perfektionismus so abzulösen. Und daran sieht man, oder sehe ich auch, ich habe mal einen Apfel aufgeschnitten, da war ein riesen Wurm drin und da dachte ich mir ja, erstmal erschrocken, aber eigentlich ist es ja was Tolles, weil es zeigt mir, dass in dem Apfel auch Leben steckt. Und dass es auch für Tiere noch interessant ist, was dieser Apfel zu bieten hat, und ja, finde ich auch sehr wichtig und hilfreich auch für die eigene Entwicklung. Du hattest vorhin noch den Wildgarten angesprochen, glaube ich? Waldgarten? #01:13:12#

Jörn: Ja, also das Ziel in der Permakultur ist im Grunde, dass wir uns unseren Selbstversorgergarten, oder was wir da bewirtschaften, dass wir das in Richtung vom Waldgarten aufbauen. Die Bäume, die helfen, da hast du bewusst einfach Inseln, die du freilässt, wo du nichts bepflanzt, und da dein Gemüse anbaust. Aber du hast eben drum herum Hecken und Bäume, und es können Walnussbäume, Obstbäume und auch Eichen, Buchen, sowas sein. Die liefern dir Biomasse, beschatten den Boden, die haben Lebensraum für die verschiedensten Tiere, durch das Wurzelwerk ist ja ganz viel Kommunikation da, die helfen, dass die Feuchtigkeit dableibt. Das ganze Mikro Klima, was du da lokal hast, sind die mitverantwortlich und helfen dabei. Und das ist so im Prinzip, wenn man, also eine Permakultur ist so, das Wort Sukzession ist so wichtig. Wenn du zum Beispiel ein Stück Land bekommst, und oft ist es eben das, was am einfachsten zu bekommen ist, was tot ist und ausgelaugt ist, was kaputt gewirtschaftet ist. Dann möchtest du als Permakulturfaszinierter das in eine Wildnis und eine Schönheit und eine blühende Fläche mit Bäumen so wieder verwandeln, und dabei helfen. Wenn man mit so einer Fläche jetzt gar nichts machen würde, dann würden auch, über die Zeit würden Pionierpflanzen kommen, kleine Büsche, Gräser, kleine Bäume, Eschen, Birken und so was. Und die würden dann mit der Zeit ja, Brombeeren, und dann kommt Biomasse dazu, und dann bauen die einfach durch das Laub den Humus auf, und dann verändern die sich aber auch. Dann kommen andere Pflanzen und größere Bäume, irgendwann nimmt die Vielfalt wieder ab. Und dann etabliert sich so ein stabiler Wald nach vielen, vielen Jahren. Und die, ja die produktivste Zeit, die ist jetzt nicht ganz am Anfang, und die ist auch nicht ganz am Schluss, sondern irgendwo in der Mitte drin. Und deswegen versucht man natürlich, wenn man jetzt so einen Waldgarten etabliert, dass man den irgendwo ein bisschen in dieser Zwischendrinphase hält. Wenn man mehr Fläche hat, kann man sagen okay, das Areal da hinten zum Beispiel, das lasse ich dann sich entwickeln, da mache ich gar nichts. Ist auch ganz wichtig, dass man eine Region, wenn man so einen großen Garten hat, sagt, okay, da mache ich einfach nichts, da lasse ich Wildnis, damit die Natur da Ruhe hat vor mir. Und so kannst du eben anfangen da Strukturen zu etablieren, wo Bäume und Beete und alles ineinander drin ist, da kannst du einen Kürbis am Baum hochwachsen lassen, und diese ganzen Etagen nutzen. Und das ist im Prinzip das Ziel, wo wir hinwollen, dass wir essbare Landschaften kreieren, dass wir Waldgärten haben, wo wir nur gucken können. Und dann hast du da eben in der Hecke Beeren und Blätter, und dann Gemüse, und das ist dann-. Im Grunde ist es, wenn das mal angestoßen ist, da werden wir so viel zum Essen haben, das werden wir gar nicht mehr essen können, glaube ich. Und dann haben wir, und dann können wir auch wieder hergehen und sagen okay, dann brauche ich auch nicht mehr die ganze Agrarfläche, dann kann ich ja sagen gut, dann lasse ich jetzt hier mal 100 Hektar einfach. Und dann darf sich da wieder ein Wald etablieren, wie so ein richtiger wilder Urwald, wie er zu Zeiten der Germanen war. Dann darf der sich einfach wieder entwickeln. Wir brauchen das gar nicht mehr, wenn wir so nachhaltig dann arbeiten für die Permakultur, dann haben wir, dann kann man solche Oasen einfach auch stehen lassen. #01:16:37#

Florian: Ja, unberührt von Menschen, und du hattest, ich habe das erste Mal gehört beim Bio 360 Podcast, da hattest du das auch schön beschrieben, dass das keine, also, dass du die Bezeichnung der Produktion bei Lebensmitteln nicht so magst, beziehungsweise bei Pflanzen und so weiter. Weil wir das ja nicht produzieren, sondern weil es eben auf natürliche Weise einfach wächst, auch ohne unser Zutun. Und das fand ich sehr schön. #01:17:01#

Jörn: Er ist total blödes Wort die Produktion, weil wir überhaupt nichts produzieren, also ich kann in die Werkstatt gehen und ich kann da eine Feile in die Hand nehmen, ich kann dann einen Metallblock nehmen und kann da irgendwas ausfeilen, dann habe ich das produziert. Aber ich kann in der Natur, das ist, im Grunde ist alles ein Geschenk. Ein Geschenk von der Natur uns zu ernähren, und aber wir produzieren da nichts. Also ich selber kann kein Salat machen, oder einen Baum machen, das kann niemand von uns kann einen Baum machen. Wir können den imitieren, wir können den aufzeichnen, aber als wertvolle Pflanze und als Organismus können wir den nicht machen. Deswegen, das ist, Produktionen, deswegen auch die landwirtschaftliche Produktivität, ich finde das sind blöde Worte. Ich habe sie heute auch ein paar Mal benutzt, weil ich nicht so wirklich eine Alternative dafür hab, aber im Grunde sind es Geschenke der Natur. #01:17:57#

Florian: Wir wissen ja auch, was du so mit den Bezeichnungen meinst und haben auch ein anderes Verständnis dafür. Aber natürlich die klassische Landwirtschaft, die nehmen diese Worte ja wirklich ernst, und bezeichnen, also definieren das auch anders als wir. #01:18:12#

Jörn: Ich denke, was ganz wichtig ist, dass wir wieder mehr lokal denken und mehr in das, ein bisschen kleiner denken, dass man wegkommt von diesem 100 Hektar und noch mehr Anwesen, sondern, dass man wirklich wieder im kleineren auch anbaut, und dass man mehr in der Natur ist. Das ist ganz wichtig auch dezentral, sonst, das ist sowieso, warum brauche ich Äpfel aus Argentinien zum Beispiel. Also ich habe nichts gegen Argentinien, aber wieso? Wieso brauche ich argentinische Äpfel, die wachsen ja bei uns auch, also das macht keinen Sinn, dass die eine Weltreise vorher machen, bevor ich die esse. #01:18:51#

Florian: Da sind schon alle Nährstoffe raus, bevor die überhaupt ankommen, irgendwelche Lkw Fahrten zu Maßen, und vielleicht auch gar nicht richtig irgendwie sinnvoll gelagert zwischendurch. Und man bezahlt dann dafür noch Geld, das hier eigentlich nur noch Überbleibsel dessen ankommt, was da vielleicht irgendwann mal geerntet wurde. #01:19:08#

Jörn: Ja, und was auch passiert dadurch ist, dass der Respekt, der da ja auch verloren geht. Weil wir können das in Hülle und Fülle kaufen, und schätzen das gar nicht mehr, das Einzelne. Also mir geht es so, als ich angefangen habe mit der Selbstversorgung-. Ich meine ich bin weit weg von 100 Prozent ja, das werde ich auch nie erreichen, möchte ich auch nicht, aber ich bin auch weit weg von 50 Prozent im Moment. Das ist auch am Wachsen bei mir. Es ist nicht so, dass ich da schon so viel mich selber versorgen kann, aber was ich gemerkt hab, der Respekt, und vor dem, vor einer einzelnen Kartoffel, und wenn ich dann esse und die Dankbarkeit, die sich da entwickelt hat, das hat sich komplett verändert bei mir. #01:19:50#

Florian: Auch die Zeit und Energie, die du da mit Liebe reingesteckt hast, das kommt alles wieder zurück, und das macht schon wirklich viel aus, und auch wenn vielleicht da draußen jemand zuhört, der das erst mal nicht verstehen kann, weil er noch nie so die Kontakte damit hatte. Viele winken das ja auch als in Anführungsstrichen esoterisch oder so ab, aber selbst das ist ja, wenn man es wirklich genau wissen will, wissenschaftlich auch schon aufgearbeitet teilweise. Dass es wirklich einen Unterschied macht, ob ich aus irgendwelchen anderen Kontinenten was importieren lassen und das dann, wie du sagst, auch respektlos einfach konsumiere und, oder ob ich eben was aus meinem eigenen Garten, oder den Garten, den ich halt habe, was mit eigener Energie und Liebe angebaut habe. Und das auch wieder zurückführe, und der Kreislauf sich ja dann auch wieder mit meinen Ausscheidungen wieder schließt. #01:20:37#

Jörn: Ja, oder auch nicht, da auch nicht denken was soll ich jetzt auf meinem Balkon eine Kiste machen und da zwei Kartoffel in die Erde reinstopfen. Das würde ich auch nicht denken. Weil, wenn das alle machen, ja schon immer, vor allem Berlin und Hamburg, in München, im Ruhrgebiet, Frankfurt, Stuttgart, den ganzen großen Städten, die machen das alle, und auf ihrem Balkon nehmen die eine Kiste, und nehmen nur zwei Kartoffeln und stopfen die da rein, und haben zwei Kartoffelpflanzen. Das heißt, dann bekommen die für ihre Familie so, bis ein bis zwei, je nachdem wie viele Personen das sind, Mahlzeiten was sie ernten können. Was glaubst du, was allein dadurch weniger Gifte gespritzt werden müssen, weniger Transportwege auf der Straße, weniger Kühlkette und weniger Energieaufwand, was das für einen riesen Effekt hat in der Summe. Deswegen denke ich immer, es ist auch wichtig, die Leute zu motivieren, nicht jetzt davon ausgehen, ich muss jetzt so einen Permakulturhof wie Sepp Holzer haben, sondern auch den Mut haben, im Kleinen anzufangen. Weil der Effekt ist so groß. #01:21:40#

Florian: Und es ist auch Stück für Stück. Es ist wie mit allen Themen, habe ich jetzt, du machst ja auch Eisbahn und so weiter. Ob ich da in ganz kleinen Stücken anfange, oder ob ich mich bewege und in kleinen Stücken anfange, sobald man da, viele Menschen wollen da immer von einem Tag auf den anderen alles, und dann scheitert es halt auch direkt wieder. Weil dann eben die anfängliche Euphorie viel zu riesig war, für das, was als realistisch irgendwie ins eigene Leben auch zu integrieren ist. #01:22:05#

Jörn: Ja, und das ist, ich habe zum Beispiel, also das Video auf Permakultur Plus, da habe ich dieses Immunsystem stärken und Detox Video, da bin ich ja auch ins Wasser gegangen, und ich habe zwei Tage später nochmal gemacht, oder ich wollte es noch mal machen. Ich bin nicht reingekommen, ich war nur bis zum Bauchnabel drin, ich habe es weiter, ich habe es an dem Abend weiter nicht geschafft. Und dann ist es auch okay, also ich, das ist nicht schlimm, dann geht man raus, dann war man eben nur bis zum Bauchnabel drin, dann klappt es beim nächsten Mal wieder. Und das sind einfach auch so Sachen, dass wir das nicht so erzwingen müssen, sondern es gibt Tage, da ist man auch mal besser drauf. Es gibt Tage, da ist man nicht so gut drauf, fürs Video war es gut, dass ich gut drauf war, weil da habe ich es geschafft und konnte es zeigen, und da hat alles funktioniert. Aber es gibt auch Tage, wo es nicht funktioniert, das gehört auch dazu. #01:22:56#

Florian: Magst du nochmal was zu Pestiziden und Fungiziden und so weitererzählen, gerade auch vielleicht in Perspektive auf, wenn jetzt jemand von den Zuhörern überlegt, okay, ich möchte einen Baum pflanzen. Woher bekomme ich denn jetzt einen Baum, der auch langfristig, dem, ich sag mal, Aspekt der Permakultur entspricht. Und viele kaufen ja zum Beispiel auch in Anführungsstrichen Biobäume im Baumarkt, und wo bekommst du denn die Bäume her, die du so einpflanzt? #01:23:24#

Jörn: Ich habe den Vorteil, dass wir hier, 800 Kilometer entfernt, wir haben eine Baumschule und die engagieren sich ganz stark zusammen mit, bei uns auf dem Landwirtschaftsamt, in (?Biobach) gibt es die Ausbildung, kann man da machen für die Fachwarte für Obst und Gartenbau, und da sind ganz tolle Leute dabei, die sich mit alten Obstsorten auskennen, und eben auch mit alten Lokalsorten. Und die eine Baumschule, die hat sich darauf spezialisiert und pflegt und vermehrt eben diese alten Lokalsorten, die hier bei uns typisch sind. Und das würde ich auf jeden Fall empfehlen, also auf alte Sorten zu gehen und gucken, ob es Baumschulen gibt, die sich eben auch regional für die typischen Sorten einsetzen. Weil die eben auf das Klima zugeschnitten sind, das eben dort herrscht, wo wir wohnen. Und ich meine, ich habe auch verschiedene Sorten die jetzt zum Beispiel in der Schweiz gut funktionieren, oder in kälterem Klima habe ich auch mal ein paar gepflanzt, die jetzt nicht so ganz typisch sind für meine Region hier, weil ich darauf geachtet hab, dass ich, dass die auch zu einer unterschiedlichen Zeit blühen, falls nochmal ein Frost kommt. Wir haben manchmal das auch, das noch mal relativ früh im Mai kann auch noch kurz ein Frost kommen, das ist nicht so ungewöhnlich. Und wenn dann die Bäume in der vollen Blüte sind, dann gehen die kaputt, und dann wäre das ja, wenn ich jetzt nur mich auf wenige Sorten beschränkt habe, wäre das ja ein Totalausfall der Ernte. Und deswegen habe ich da auch darauf geachtet, dass ich gucke, dass ich Bäume habe, die ein bisschen später blühen, die haben dann später Obst, das ist auch nicht so schlimm im Herbst, damit nicht die ganze Ernte auf einmal kommt. Wenn du, im Herbst, wenn du erntest, hast du fast alles auf einmal. Dann, soviel Zeit hast du gar nicht, um das alles zu verarbeiten, und deswegen ist es auch gut, wenn du ein paar Pflanzen hast die ein bisschen früher sind, die später, damit dann so peu a peu, dass du es abarbeiten kannst. Weil das macht keinen Sinn bei 30 Obstbäumen dann, das kannst du nicht, das geht nicht, soviel Energie, das kriegt man als Familie nicht gestemmt. Und das ist jetzt zum Beispiel beim Obstbaum, bei der Pflanzung was, wo ich drauf achte, dass ich Lokalsorten habe, und klar gucke ich auf den Geschmack. Also ich mag knackige, leicht säuerliche Äpfel, und da guck ich natürlich schon auch, dass ich jetzt nicht irgendwelche weichen Äpfel hab, von der Sorte eher einen knackigen Apfel. Und auch von der Lagerfähigkeit, ich habe, das letzte Video was ich hochgeladen habe, da geht es um Lagermöglichkeiten. Da habe ich auch ein bisschen unseren Naturkeller gezeigt, den wir gebaut haben, und der eignet sich natürlich super zum Äpfel lagern. Und das ist auch ein Punkt, dass man eben auch Äpfel hat, die lagerfähig sind eben, auch bisschen im April, März zum Beispiel. Im März, April, dass die da noch so lange halten. Da gibt es tolle Sorten, rote Berlepsch zum Beispiel ist so eine Sorte, die kann man ganz lang lagern, und ich bin einer, ich mag auch Goldparmäne, das ist so ein Apfel, den ich ganz gern mag, oder Glockenapfel. Das muss jeder für sich einfach mal rausfinden, ein bisschen durchprobieren, aber das geht, da gibt es bei uns immer so Apfeltage im Herbst, und dann kannst du die Äpfel probieren. Dann kannst du da auch bei den in der Baumschule gleich dann die Bäume mitnehmen oder vorbestellen für die Pflanzaktion. Also der Geschmack ist natürlich auch wichtig, da kannst du einen Baum pflanzen und-. #01:26:40#

Florian: Ja, ist interessant. Zu der Lagermöglichkeit, wie hast du das umgesetzt? Kannst du das noch erzählen? #01:26:48#

Jörn: Wir haben einen kleinen Gewölbekeller, der hat nur vier, dreieinhalb oder vier Quadratmeter, und ist ganz mini, das sind so, haben wir da im Hang drin, da haben wir reingemauert, und unten rein habe ich noch eine Erdmiete gemacht, wo ich Bretter drauf hab, weil meine Idee war, unten Kartoffeln zu lagern und oben Äpfel. Weil normal sagt man, Äpfel und Kartoffeln gehen nicht, weil die Ausdünstungen der Äpfel führen dazu, dass die Kartoffeln treiben. Und meine Idee war, ich lagere die Kartoffeln tiefer in der Erdmiete, und durch die Zuluft unten und Abluft oben transportiert es die Apfel Ausdünstung nach draußen, und die Kartoffeln kriegen ist nicht ab. Aber da habe ich mich geschnitten, das hat nicht funktioniert, deswegen habe ich ja jetzt, und deswegen habe ich es auch gleich gefilmt diese Waschmaschinentrommeln eingegraben für meine Wurzelgemüse, dass ich die draußen lagern kann. Dass zumindest die Kartoffeln, und bei den Karotten und so, da werde ich es nächsten Winter versuchen, ob das mit Äpfeln zusammen geht. Und ich habe mir Kisten gekauft, und zwar ist es in Lemgo, das ist übrigens auch eine gute Adresse. Die sind sehr engagiert, was alte Apfelsorten angeht, der BUND in Lemgo, und die arbeiten zusammen mit einer Behindertenwerkstätte, und in der Behindertenwerkstätte, die stellen diese alten Apfel Kisten, diese Apfelstiegen her. Und da habe ich die gekauft, die kann man schön aufeinanderstapeln, die sieht man im Film auch auf YouTube, da kann man gucken, kann die schön aufeinanderstapeln, und kann die schön lagern. Da kann man auch, ist auch wichtig dann, wenn man die eingelagert hat, dass man die am Anfang regelmäßig durchguckt, welche gammeln, dass die schnell rauskommen, nicht, dass die alle kaputt gehen. Und so kann ich, da lege ich immer nur eine Schicht Apfel rein pro Kiste, dann kann ich die einmal um stapeln, kontrollieren, und dann wieder zurück räumen. Und da geht es relativ zügig, und ich habe da, ich glaube ich habe 24 solche, oder 25 solche Kisten, das reicht für eine fünfköpfige Familie, um da Äpfel zu lagern. Also ich habe noch, fast die Hälfte habe ich noch voll vom Herbst. Man kann auch selber basteln, wenn jetzt jemand handwerklich begabt ist und Spaß hat solche Kissen selber zu machen, kann man die auch machen. Das ist aber, das Schöne ist eben, es gibt die Möglichkeit. Der Handwerker kann sich das selber machen. Der, der jetzt keine Lust hat und lieber anders arbeitet, der kann sie sich kaufen. Und dann, wenn man so einen Naturkeller nicht hat, das ist natürlich die teure Variante, weil der ist ein bisschen aufwändiger, da brauchst du einen Bagger, das Graben ist im Prinzip das Teuerste an der ganzen Geschichte. Dann kann man natürlich über Erdmieten arbeiten, das funktioniert auch, und gerade für das Wurzelgemüse. Das ist eine ganz einfache, billige Möglichkeit, die, da braucht man nicht viel Geld. Und um jetzt Äpfel zu lagern, da würde ich das vielleicht, wenn man es in einem Haus wohnt, wo ein Treppenhaus meistens kühler. Das ist auch oft auf der Nordseite, da ist es von Haus aus kühler, kann man natürlich auch im Keller, im Treppenhaus kann natürlich auch sowas lagern, muss man es nicht unbedingt im Naturkeller machen, außer man hat Lust dazu. Aber das ist auch so generell was, dass ich sage, okay ich lagere meine Lebensmittel auf der Nordseite vom Haus, weil dort ist es immer kälter. Oder es gibt auch, um Butter frisch zu halten, da gibt es auch diese kleinen Tongefäße, wo ich die Butter einfülle, und dann umgekehrt in Wasser rein geben. Durch das Wasser wird die Butter auch frisch gehalten, kennst du die? #01:30:10#

Florian: Das habe ich noch nicht gehört, nein. #01:30:12#

Jörn: Da gibt es, also mein Ziel ist ja, ohne Kühlschrank zu leben, weil das ist so ein Stromfresser, und auch Gefriertruhe, das sind so Geräte, wir haben die noch nach wie vor, aber ich würde gern das soweit etablieren bei uns, dass wir ohne diese elektrischen Geräte auskommen. Genau, und das sind eben dann auch Dinge wichtig wie fermentieren, Sauerkrautherstellung, Kimchi zum Beispiel ist auch so eine Geschichte, einfach in die Richtung zu gehen. Trocknen ist wichtig, daran haben wir auch-. #01:30:39#

Florian: Da hast du eigentlich unbegrenzte Möglichkeiten. Wir haben auch jetzt letztes Jahr angefangen mit fermentieren, machen, ich habe jetzt ein paar Mal Kombucha angesetzt, versucht und schon paar Mal getrunken. Ja, es ist schon sehr spannend, und magst du noch was zu den effektiven Mikroorganismen erzählen? Wir haben das zwar schon ein paar Mal angeschnitten. Wer das Thema jetzt aber nicht kennt, wird wahrscheinlich damit nicht so viel anfangen können. Ich kenne von der, wie heißt sie, Ann Katrin Schocker, die kenne ich von ihren EM-Büchern, und magst du ein bisschen was zu erzählen, was das so ist? #01:31:20#

Jörn: Also ich lese mal, ganz oft lese ich Bücher gar nicht zu diesem Thema, sondern ich stolpere da irgendwie anders rein, und die EM, also das effektive Mikroorganismen, das ist im Prinzip eine Mischung von Bakterien, die der Japaner Professor Higa) hat die entwickelt, um Bodenleben, um wieder Leben im Boden zu bringen. Und die kann man sich kaufen in inaktiven Form, das nennt sich EM eins, das ist die Urlösung. Und über Zuckerrohr Melasse kann man die dann fermentieren, da braucht man Ferment, oder aber auch ein Glas funktioniert, im Kleinen kann man die fermentieren, und nach einer Woche hat man dann die aktive, die EMA, die aktiven Mikroorganismen. Und wenn wir die da nehmen, und verdünnt mit Regenwasser kann man damit gießen, und so können wir Boden, der tot ist, können wir wieder etwas anschieben, dass da Leben reinkommt. Wichtig ist natürlich immer, auch wenn ich so was mache, dass ich dann wirklich auch mich mit dem Thema Mulchen beschäftige, weil die Bakterien, die haben auch Hunger, die wollen auch was verarbeiten, und wollen nicht in der prallen Hitze, der Sonne ausgesetzt sein. Und da ist auch wichtig, dass wir immer ein bisschen mulchen. Ich selber gieß inzwischen relativ viel mit effektiven Mikroorganismen, weil, auf dem Acker, auf dem wir jetzt da einen Permakulturgarten machen, da wurde eben auch konventionelle Landwirtschaft betrieben, und viel mit den ganzen Giften gearbeitet. Und das schöne ist, dass die die Gifte inaktivieren in irgendeiner Form, die weiß ich nicht genau wie das funktioniert. Aber die Untersuchungen zeigen, dass Schwermetalle nicht vom Gemüse aufgenommen werden, oder selbst Radioaktivität haben sie in Österreich gemerkt oder gesehen, dass die Radioaktivität nicht von den Pflanzen aufgenommen wird. Das wird irgendwie anders gebunden im Boden, und kommt nicht ins Gemüse, und das ist für mich so ein Punkt, wo ich sag, dass wir uns, ich glaube, dass wir uns vielmehr mit Mikroorganismen beschäftigen müssen. Der Daniel Stocker, da habe ich gerade aktuell ein Gespräch gehört, der lebt in Spanien, und der hat zum Thema Mikroorganismen noch ein Punkt erwähnt, den ich gar nicht so auf dem Schirm hatte. Und zwar hat er gesagt, er versucht immer, dass nicht über die EM Urlösung zu machen, sondern er versucht es immer mit, weil es ja fremd, unter Umständen fremde Bakterien sind, die in der Region nicht vorkommen. Er sagt, er macht es meist so, dass er in den nächstgelegenen Wald geht und da ein bisschen Erde holt, und das setzt er dann mit Mehl und Gesteinsmehl, setzt er dann da in einer Tonne das an zum Fermentieren, und lässt es dann über einen Monat in der Tonne drin, und das gibt er dann zum Gießwasser dazu. Das ist ein Ansatz, den habe ich so noch nicht selber probiert, aber das finde ich sehr interessant, weil, wenn du natürlich autark leben willst, dann hast du auch keine Lust, dauern diese Urlösung dazu zu kaufen, weil, du musst ja auch Geld verdienen, um etwas kaufen zu können. Und wenn du das nicht kaufen musst, dann brauchst du dieses Geld schon nicht mehr verdienen, deswegen ist das ein Punkt. Also den werde ich jetzt noch stärker verfolgen, weil das find ich ganz spannend, was der erzählt hat. #01:34:29#

Florian: Ja, kann ich mir auch gut vorstellen, dass das dann wirklich regionale Bakterienfamilien, oder wie man es nennen mag, sind. #01:34:34#

Jörn: Also das Konzept, was er da vorstellt, das kommt wohl aus Südamerika. Ich habe den Namen nicht mehr ganz im Kopf von demjenigen, der das geschrieben hat, aber das werde ich noch rauskriegen. #01:34:49#

Florian: Und die effektiven Mikroorganismen sind auch, die Anwendungsmöglichkeiten und das, das überschreitet alles was wir uns vorstellen können. Die Frau … #01:34:58# beschreibt das in ihrem Buch auch sehr interessant. Und ich mein, das zersetzt Rost, das hilft uns beim Erhalt unserer eigenen Gesundheit, bei der Förderung der Darmbakterien, und einfach für alle Ungleichgewichte da irgendwie wieder ein Gleichgewicht reinzubringen, weil eben diese Mikroorganismen auf jeder noch so kleinen Stufe einfach vorhanden sind, und bei allem mitwirken. Also man kann das auf, ich sag mal in Anführungsstrichen, Geruchsbelästigungen kann man das einfach aufsprühen, dann verschwindet der Geruch, und das ist unbegrenzt machbar eigentlich. #01:35:32#

Jörn: Ja, zum Putzen kannst du es nehmen. Ich habe jetzt angefangen, die Urlösung auch, jeden zweiten Tag, nehme ich einen Esslöffel morgens auf dem Glas Wasser von der Urlösung und trinke das. Das ist keine medizinische Anordnung, aber das Interessante ist, es macht auch was mit mir. Ich habe also wesentlich mehr Energie seitdem Ich das mache, und schlaf weniger, ich brauche ungefähr eine Stunde weniger Schlaf. Das ist auch eine interessante Beobachtung, aber sowas kann man ruhig auch, also mutig sein und selber ein bisschen ausprobieren. #01:36:04#

Florian: Genau, was du auch gesagt hast als Putzmittel, um einfach jegliche harten Chemikalien aus dem Haushalt einfach entfernen langfristig, und dann kann, man kann alles durch effektive Mikroorganismen ersetzen. Und so hat meine lebendige Umwelt, die einem auch nicht permanent irgendwie in Anführungsstrichen schadet, sondern eben fördert sogar. Und wenn ich das wieder auf die Kinder beziehe, die Kinder, die krabbeln über am Boden, und wenn ich mir vorstelle, da wurde irgendwie mit einem Chlorreiniger oder Fußbodenreiniger drüber gewischt, und das Kind krabbelt da über dem Boden, hat die Hände da drauf, dann langt das alles im Mund, landet das alles im Körper. Das ist schon mal nicht so die optimale Voraussetzung, um so stark und gesund zu werden, wie es der Mensch von angeborener Seite her ist, und den effektiven Mikroorganismen beschleunigt oder unterstützt man das sogar, anstatt ihm zu schaden. Diesem System diesem Organismus, das finde ich auch sehr wichtig. #01:36:58#

Jörn: Ja, das ist ja, wir leben in einer Zeit, soviel Hygiene wie es gibt in der jetzigen Welt, das hat es ja in der ganzen Menschheit noch nicht gegeben. Und ich denke immer, klar wir haben in der Medizin, wir haben einen hohen Hygienestandart und der ist auch wichtig, auch in den OPs ist es wichtig. Nur ich denk mal, wenn wir Zähne ziehen im Mund, da hast du immer Bakterien, und da sind die Gesetzmäßigkeiten ganz anderes, es heilt prima, und da denke ich immer, es ist vielleicht auch wichtig, dass man sich abhärtet. Der Kinderarzt meiner Schwester, der hat damals gesagt, stellen sie doch den Kinderwagen, wenn das Kind schläft in den Kuhstall, weil einfach da das ganze Zeug rumfleucht, und dann wird das Immunsystem schön gefördert und abgehärtet. Und ich denke, da haben wir uns wirklich zu weit, inzwischen sind wir so weit weg von der Natur, und da ist es wichtig, dass wir uns da jetzt wieder besinnen und da zurückkommen. Weil, wir sind ein Teil der Schöpfung und Teile von der Natur, und wir können uns da nicht ausklammern, das geht gar nicht. #01:38:00#

Florian: Nicht isolieren, das ist nicht möglich. Und jeder Schritt, wie wir es vorhin schon gesagt haben, ist ja im Endeffekt wieder ein bisschen mehr Leben und ein bisschen mehr in dem Kreislauf, und das macht uns dann auch im Endeffekt wieder ein bisschen menschlicher und verbindet uns auch wieder mit der Natur. Und das ist ja auch ein großer Faktor, Permakultur verbindet uns einfach mit unserer Umgebung, mit unserem Ursprung, und wir können schöpfen, wir können lernen, wir können auch mal Fehler machen, können vielleicht auch mal scheitern, und dann fangen wir wieder an, und stellen uns immer wieder der Herausforderung. Und am Ende bewundern wir dann den Apfel vom Baum, oder was auch immer vom Strauch, und das Gemüse und Obst, und einfach herrlich finde ich. Also unglaublich positiv da das Endergebnis dann sozusagen, oder dass das Zwischenergebnis, das Ende gibt in dem Sinne nicht, aber ja, find ich auf jeden Fall sehr inspirierend. Und würde das jetzt so zum Abschluss bringen, weil ich denke wir haben jetzt sehr viele Themen angeschnitten, die mit Permakultur zu tun haben. Wir haben so viele Inspirationsmöglichkeiten gegeben, und jeder Zuhörer kann da irgendwas für sich jetzt mitnehmen und vielleicht auch morgen oder heute gleich noch umsetzen, sei es von der eigenen Gartenpflege in Anführungsstrichen, oder vielleicht gleich mit EMs zu starten. Und da sich auf den Weg zu machen und den Kreislauf wieder aufleben zu lassen, anstatt ihn irgendwo nur zu konsumieren und in einzelnen Punkten zu betrachten, und ja, da ein Stück weit Mensch zu werden wieder. #01:39:37#

Jörn: Ich mache ja, auf dem YouTube Kanal kommen ja diese ganzen Tipps. Im Grunde mache ich alles das, was ich umsetze, des filme Ich und zeig es, wie ich es mache, und jeder, der Lust hat, da zu gucken und das als Anregung zu nehmen, der darf das. Und die Leute, die zuhören und dann mal Thema ein Thema haben, was sie brennend interessieren, sie können mich anschreiben und sagen, das wäre mal ein cooles Thema, dann gucke ich mal, ob ich das irgendwie hinkriege. Dann mache ich da ein Filmchen drüber, wie ich es lösen würde, und das ist immer nur ein Vorschlag, auch wie ich das mache. Das heißt nicht, dass das die einzige Lösung ist. Es gibt immer mehrere Wege, wie man auch angehen kann an die Geschichte. Ich freue mich auch immer über Input, wenn andere da mir was beibringen, weil ich, wir sind nie fertig mit Lernen, das muss man einfach auch mal sehen und deswegen, das Schönste wäre, wenn möglichst viele jetzt sagen, okay, das finde ich toll, das mache ich auch, ich fange jetzt an. Das kann im Kleinen sein, das kann auch schon größer sein, wenn Landwirte zu hören, das wäre natürlich noch schöner, und wenn der eine oder andere sagt, okay, da probiere ich, das probiere ich mal aus und sammele mir meine eigene Erfahrung, genau, damit sich da was bewegt auf der Welt. #01:40:45#

Florian: Da stimme ich dir vollkommen zu, es gibt nicht nur die eine Möglichkeit oder die einzige Wahrheit sozusagen, es ist immer eine Inspiration, und ich finde es toll, dass du den YouTube Kanal machst. Viele von meinen Leuten sind auch auf mich aufmerksam geworden, weil ich eben auch viel Eisbaden und sowas im Internet teile, also du machst das auch Jörn, du machst auch Wim Hof Methode, soweit ich das weiß, teilst dazu auch auf deinem YouTube Kanal einiges, und wer sich das anschauen möchte, Permakultur plus, und ja. #01:41:16#

Jörn: Ich mache jetzt dieses Permakultur plus, weil diese nur Doktor Permakultur, da war es so ein bisschen eingeschränkt mit den Themen, die ich bringen wollte. Weil ich möchte unbedingt auch mit dem plus eben auch Themen für Gesundheit, wie kann man sich gesund halten, und auch mal Dinge zeigen, die jetzt nicht direkt Permakultur sind, sondern auch Naturschutz, autarkes Leben. Und deswegen habe ich den plus getauft, also diese Doktor Permakultur Seiten, die es da gibt, die werde ich nicht mehr weiter füttern mit Informationen, sondern es kommt auf Permakultur plus mit Doktor Jörn Erlecke) heißt der Kanal. #01:41:51#

Florian: Und wer natürlich dann wahrscheinlich Interesse hat an deiner biologischen Zahnmedizin mal da reinzuschnuppern, sich vielleicht mal untersuchen zu lassen, wird sich ja bei dir auch sicher melden dürfen. #01:42:02#

Jörn: Ja, es darf sich jeder melden. Wenn da Fragen sind, das ist, versuche ich zu beantworten so gut es geht. Ich meine, gerade jetzt in der Praxis ist es natürlich so, wir haben natürlich genug zu tun und die Wartezeiten werden immer länger, und da ist natürlich schon auch gut, wenn ich jetzt in Berlin wohne, dann endlich, ich suche einen biologischen Zahnarzt in Berlin, das ist auch nicht ökologisch und ökonomisch dann zu uns nach Süddeutschland zu fahren. Und Umweltschutz ist es auch nicht, deswegen, es ist schon besser, wenn man sich das Lokal sucht, aber da gibt es ja auch Möglichkeiten. #01:42:40#

Florian: Gut, Jörn, ich danke dir für dieses sehr informative Gespräch, das war das erste Gespräch für mein Podcast, ich bin sehr begeistert, wie toll das doch funktioniert und wie wir uns ausgetauscht haben. Und ich danke dir unheimlich für deine Zeit und deine Aufmerksamkeit, für deine tollen Worte, und für all die Inspiration, die du so mitgegeben hast. #01:43:01#

Jörn: Ja Florian, danke schön für die Einladung, mir hat es auch Spaß gemacht und ich denke, wir zwei, wir bleiben sowieso in Kontakt. #01:43:07#

Florian: Ja, auf jeden Fall. Danke dir Jörn, tschau! #01:43:11#

Jörn: Danke, tschüss!